Revolutionäre Organisierung in den Betrieben – Podiumsdiskussion in Berlin

 Linke reden oft über die ArbeiterInnenklasse, unternehmen aber nur selten Versuche, sich längerfristig in den Betrieben zu verankern. Welche Ansätze gibt es? Was können wir aus Erfahrungen mit linker Betriebsarbeit lernen? Eine Podiumsdiskussion der RSO Berlin widmet sich diesem Thema.

ORGANISIEREN /// KÄMPFEN – Podiums und Publikumsdiskussion

11.6., 18:00 in der Kiezspinne (Schulze-Boysen-Str. 38)

In Zeiten der größten kapitalistischen Krise seit Jahrzehnten herrscht in Deutschland immer noch die Ruhe. Obwohl soziale Sicherheit und der bisherige Lebensstandard längst nicht mehr sicher sind. Obwohl die Situation in den Betrieben sich mit Zeit- und Leiharbeit und verstärkter Ausbeutung seit Jahren schlechter wird.

Die Gewerkschaften haben außer Phrasen dazu nichts zu sagen und auch die etablierten Parteien, inklusive der Linkspartei schwingen große Reden ohne die ArbeiterInnen für ihre Interessen zu mobilisieren. Viele sind unzufrieden, doch kaum jemand weiß, wie sich dagegen wehren – noch weniger sind bereit die Gefahren der oppositionellen Tätigkeit im Betrieb auf sich zu nehmen. Es herrscht Passivität, Einschüchterung, Desinteresse und Ratlosigkeit.

Die revolutionäre Linke hingegen redet zwar von der ArbeiterInnenklasse und nimmt ihre Probleme wahr. Sie weiß, dass Streiks, Besetzungen und Kämpfe von unten notwendig wären und sind. Doch wie soll man diese erreichen? Wie redet man nicht nur über die ArbeiterInnen, sondern arbeitet mit ihnen zusammen? Welcher Ansatz ist der Beste um die Menschen zu Akivität und Organisierung für ihre eigenen Interessen zu bewegen? Welche politischen und sozialen Fragen sind da die wichtigsten? Auch hier herrscht große Uneinigkeit.

Versuche, sich in Betrieben längerfristig zu verankern scheinen dafür in der Regel kaum unternommen zu werden. Solche Versuche wirken oft wie Relikte aus der Vergangenheit – von früher, als Revolution und Arbeitskämpfe nicht wie zwei völlig verschiedene Dinge erschienen. 

Wir, die RSO Berlin, wollen mit euch am 11.6.12 in der Kiezspinne in Lichtenberg ab 18 Uhr über die Möglichkeiten und Notwendigkeit von revolutionärer Betriebsarbeit in Zeiten der kapitalistischen Krise diskutieren. 

Dafür haben wir verschiedenste Referenten eingeladen, u. a. den Betriebsrat bei ver.di/der BSR, Georg Heidel und den Autor des Buches „Frühschicht“ (welches die Betriebs-Intervention der Linken in den 70er und 80er Jahren beschreibt), Jan Ole Arps. Mit Jakob Schäfer und Anna Roth haben wir außerdem BetriebsaktivistInnen aus der Charité und der Metallindustrie im Ruhrgebiet auf dem Podium.

Wir wollen es dadurch ermöglichen, Erfahrungen, die politische AktivistInnen in unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten in (Groß-Betrieben) gesammelt haben, auszutauschen und von diesen zu profitieren. Außerdem wollen wir über die theoretischen Grundlagen einer antikapitalistischen Betriebsarbeit diskutieren und warum wir eine solche Arbeit auch im 21. Jahrhundert für Notwendig halten. Wir denken, dass die Perspektive revolutionärer Organisierung in den (Groß-)Betrieben eine der zentralen Fragen ist, um selbst die elementarsten Kämpfe für ArbeiterInneninteressen zu führen. Um Akitivität von unten zu befördern und unsere revolutionären Ideen in der Masse der Bevölkerung wieder zu verankern

Also kommt vorbei, hört euch die Beiträge der ReferentInnen an und diskutiert fleißig mit uns. Wir wollen nicht nur vom Podium aus Informationen liefern, sondern politische Fragen diskutieren, die uns als Linke und/oder Revolutionäre gerade in der Krise alle angehen.

ReferentInnen:

Georg Heidel
Betriebsrat und Aktivist bei ver.di und der BSR

Jan Ole Arps
Autor des Buches "Frühschicht", welches die politische Arbeit der Linken in den Betrieben der 70er Jahre behandelt. Aktivist bei FELS.

Jakob Schäfer

Betriebsrat in der Metallindustrie und Aktivist bei IG Metall und dem RSB

Anna Roth
Aktivistin der SAS und an der Charité

Felix Fischer
Aktivist der RSO


Weitere Ortsinformationen:

Die Kiezspinne ist über die U5 Station Magdalenenstraße oder die Ringbahn & U5 Station Frankfurter Allee zu erreichen. Hier ist eine mögliche Route vom U-Bahnhof zum Veranstaltungsort: http://g.co/maps/5kbu5
Von beiden Stationen dauert es ungefähr fünf Minuten.
Die Fahrt vom Alexanderplatz zur Magdalenenstraße dauert ungefähr 10 Minuten.

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