Keine Kohle für die Jugend

Jugendliche und junge Erwachsene haben es in Österreich nicht leicht. Lehrstelle, Job? Ja, aber wie finden? Auto, eigene Wohnung? Na sicher, aber wie finanzieren? Gleichzeitig wird den Banken das Geld in den Rachen geschoben.

 

Arbeiten…

Der ÖVPler Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer, hat sich vor kurzem darüber beschwert, dass die österreichischen Firmen zu wenig geeignete Lehrlinge finden würden. Er beklagt fehlenden Leistungswillen, schlechte Umgangsformen oder geringes Interesse am Lehrberuf. Leitl, wir sagen dir: Jugendliche sind sehr wohl bereit, etwas zu leisten und interessieren sich auch für die Berufswelt. Aber bei der Bezahlung, die die meisten Lehrlinge bekommen, brauchen sich die Unternehmen nicht wundern. Laut einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer benötigen mehr als 50% der Lehrlinge Geld von ihren Eltern, weil sie mit der Lehrlingsentschädigung nicht auskommen.

Außerdem bildet ja zum Beispiel in Wien überhaupt nur jeder zehnte Betrieb Lehrlinge aus. Was ist mit dem Rest? Und warum gibt es so wenige staatliche Lehrwerkstätten? Kein Wunder, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich bei 8% liegt. Das ist aber nur der offizielle Wert, den manche Jugendliche die gerne arbeiten würden, werden vom System gar nicht erfasst. Viele von uns wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es etwa ist, eine halbwegs gute Lehrstelle zu finden.

Von der Jugendarbeitslosigkeit (15-24-Jährige) sind aber nicht nur Lehrlinge betroffen, sondern auch SchulabgängerInnen, zum Beispiel von HTL oder anderen berufsbildenden Schulen.

…oder studieren?

Kaum zu glauben: Viele StudentInnen leben unterhalb der Armutsgrenze. 20% müssen im Monat mit maximal 600 Euro auskommen. Mindestsicherung gibt es für sie keine und Studienbeihilfen werden streng und willkürlich vergeben. Kein Wunder, dass 20% der Studierenden noch bei ihren Eltern wohnen. Um sich das Leben leisten zu können, müssen mehr als zwei Drittel der StudentInnen nebenbei arbeiten, teilweise 20, 30 Stunden oder mehr. Und dann heißt es immer, sie wären so faul und würden mit dem Studium nicht voran kommen…

Warum das alles?

Viele fragen sich: Sind junge Menschen den PolitikerInnen eigentlich egal? Parteien geben sich zwar gerne „jugendlich“ und schicken ihre peinlichen „Jungpolitiker“ in die Disko oder den Fußballkäfig. Aber nur davon reden „etwas für die Jungen zu tun“ hilf halt auch nix. Wenn dann konkrete Forderungen aufkommen heißt es, es wäre kein Geld da, wir müssten sparen und so weiter. Oder, es wird versucht, uns gegen die Alten, die PensionistInnen auszuspielen. Das große Geld liegt aber nicht bei den PensionistInnen, sondern bei den Banken und Konzernen. Erinnern wir uns: Mit dem Bankenrettungspaket hat die Regierung den Banken 15 Milliarden Euro geschenkt! Und für uns soll kein Geld da sein? Lassen wir uns nicht länger verarschen!

 

 

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