1. Mai in Berlin – Gegen Gentrifizierung & Kapital

Die alljährliche Demonstration richtet sich dabei nicht nur gegen Krise, Krieg und Kapital, sondern vor allem auch gegen Gentrifizierung. Diese regte in den letzten Jahren immer mehr zu heißen Diskussionen an, auch in der bürgerlichen Presse.

Dabei geht es um die Verdrängung von der sozialen „Unterschicht“, weniger-Verdienenden, sowie kleinen Läden und die damit verbundenen Existenzen von Menschen; eben genau das, was das multikulturelle Kiezflair der betroffenen Bezirke ausmacht. Der neu erworbene „Coolness“-Faktor zieht, für Touristen und Yuppies attraktive, Szenebars, teure Cafés und Clubs an, was, ganz im Sinne der InvestorInnen, den Kiez optisch aufwerten soll. So konnte mensch in den vergangenen Monaten verfolgen, wie rabiat die Gentrifizierungsprojekte auch mittels polizeilicher Gewalt durchgesetzt werden.

Beispiele gibt es zur Genüge…

doch das, welches bis jetzt wohl auf den größten Widerstand stößt ist Stuttgart 21. Aber auch das Aufwertungsprojekt „Mediaspree“, bei dem Teile des Berliner Spreeufers in eine Hotel- und Loftmeile umstrukturiert werden sollen, um nun daraus möglichst viel Profit zu schlagen, stößt auf Widerstand in der Gesellschaft. Die Meinung der BürgerInnen und vor allem die, der MieterInnen aber interessiert nicht. Doch vor allem jene lassen sich diese Unterdrückung der KapitalistInnen nicht gefallen. Beobachten konnte mensch das zuletzt bei der Hausräumung in der Liebigstraße 14, ein Hausprojekt das 21 Jahre lang bestand und dann einer Modernisierung, die einen Öko-Wohnblock zur Folge haben sollte im Weg stand. Die AnwohnerInnen wollten nicht gehen und wurden letztendlich von 2000 Bullen unter dem Einsatz massiver Gewalt geräumt. 22 Viertel sollen in Berlin gentrifiziert werden, bei 15 ist die Gentrifizierung bereits abgeschlossen.

Und warum das Ganze?

Eines ist klar: es ist kein Zufall, dass eben genau diese Orte in der Stadt modernisiert werden sollen. Es ist die Folge kapitalistischer Verwertungslogik. Reiche InvestorInnen suchen sich einen Kiez aus und stecken Geld rein, dann gibt es einen, zu ihren Gunsten geregelten, Beschluss vom Berliner Senat und daraus folgen Mietpreise, die ins unermessliche steigen werden und Menschen, die fortan auf der Straße sitzen. Aber es ist auch offensichtlich, dass damit ein Zeichen gesetzt werden soll, gegen einen Lebensstil, der eben nicht in das perfekte Bild der Bonzen passt.

Widerstand regt sich…

Doch klar lassen sich einige der Betroffenen die Verdrängungsaktionen nicht gänzlich gefallen. Seit 2009 finden jeden Sommer die „Megaspree-Spreeufer für alle“-Demos statt. Außerdem gibt es mehrere kleinere Initiativen, die zum Beispiel regelmäßig sogenannte Kiezspaziergänge in, von Mietpreissteigerungen betroffenen, Gegenden veranstalten. Eine andere Art des Widerstandes, der sich regt, ist das Stören bzw. Verhindern von geplanten Besichtigungen überteuerter Wohnungen. In Berlin passierte es in letzter Zeit öfters, dass AktivistInnen verkleidet in solche Wohnungsbesichtigungen hereinplatzten und tanzten oder eine Kissenschlacht veranstalteten.

 

Was wir dazu sagen:

Natürlich sind diese ganzen Protestaktionen unterstützenswert und mensch sollte auf jeden Fall mit auf die Straße gehen, um gegen InvestorInnen und deren Pläne zur Zubetonierung der Stadt laut zu werden. Allerdings werden Demonstrationen allein niemals die Pläne der profitgierigen UnternehmerInnen durchkreuzen können; geschweige denn, dass die Politik auch nur versuchen würde sich für die Interessen der Menschen einzusetzen. Denn der Prozess der Gentrifizierung gehört zum Alltag dieses kapitalistischen Systems und wird überhaupt erst durch dieses hervorgerufen. Unter anderem deshalb müssen wir unsere ganze Wut gegen dieses ausbeuterische und menschenverachtende System richten und sie dafür nutzen entschlossen und vor allem gemeinsam zu kämpfen! Zum Beipiel am bevorstehenden ersten Mai in Berlin-Kreuzberg, unter dem Motto: „Heraus zum revolutionären 1. Mai: Krise beenden! Kapitalismus abschaffen!“

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.