–„Commonwealth Games–“ in Delhi: Vertreibung und Tod inklusive

Diese Tage werden in Delhi (Indien) die „Commonwealth Games“ ausgetragen, also sportliche Wettkämpfe, an dem Länder des ehemaligen britischen Kolonialreichs teilnehmen. Und auch heute sind der Kolonialismus und seine Folgen noch allgegenwärtig…

Immer wieder zeigt sich das gleiche Bild, wenn große Sportspektakel ausgetragen werden. Für die Herrschenden geht es um Prestige und Geldverdienen, für die ArbeiterInnen und städtischen Armen gibt es schlecht bezahlte und gefährliche Jobs sowie Vertreibung und Repression.

Um Delhi als moderne Weltstadt zu präsentieren, wurden im Vorfeld der Spiele erst einmal die 150.000 Obdachlosen von den Straßen vertrieben – das gibt ja kein schönes Bild ab. Vielen verarmten KleinhändlerInnen, die bei so einem Spektakel auch nicht ins Bild passen, wird wohl für einige Zeit ihre ohnehin magere und unsichere Einnahmequelle genommen.

Die Ausrichtung solcher Veranstaltungen wird den Lohnabhängigen oft damit versucht zu verkaufen, dass dadurch Jobs geschaffen werden. Diese sind allerdings meist gefährlich und schlecht bezahlt. Und so sind bis Juli 41 ArbeiterInnen tödlich verunglückt – nach offiziellen Angaben. Aber zumindest kamen sie auf einen Tageslohn von zwei bis drei Euro – „Unterkunft inklusive“: viele dieser ArbeiterInnen(familien) „wohnen“ (beziehunsgweise campieren) auf oder in der Nähe der Baustelle. Damit ist mit der Eröffnung der Spiele jetzt aber auch Schluss, auch sie wurden vertrieben.

Dem nicht genug, kostet die Veranstaltung rund zwei bis sieben Milliarden US-Dollar. In Delhi läuft es dabei auch nicht anders als sonst: mit Steuergeld werden einigen wenigen Konzernen und Sponsoren ihre Gewinne finanziert.

Das sind aber keineswegs die Dinge, die den Herrschenden und den Medien unruhige Nächte bereiten. Das ist vielmehr der Umstand, dass in der Planung einiges schief gelaufen ist und sich so die Austragungsstätten und Unterbringungen nicht als so „repräsentativ“ darstellten, wie es gewünscht ist. Zur Imagekorrektur wurden 5.000 ArbeiterInnen zum Nachbessern herangezogen.

Die Herrschenden wollen Indien als ein aufstrebendes (Schwellen-) Land präsentieren und das Bild vom Subkontinent der Armen loswerden. Dass das Indien nicht so gut gelungen ist, wie China während der Olympischen Spiele sagt auch einiges über die wirtschaftliche Substanz und Klassenstruktur der beiden Länder sowie ihrer Stellung in der Weltwirtschaft aus.

Ein wirklicher Ausweg aus Armut und Elend werden weder irgendwelche Massenspektakel noch der Aufstieg Indiens in der Weltwirtschaft bringen. Dies können letztlich nur die ArbeiterInnen und verarmten Massen selber zustande bringen, in dem sie sich organisieren und gemeinsam kämpfen.

 

 

 

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