Doch noch stürmische Zeiten?

Jahrelange Dürreperiode in Australien; Zunahme von Stürmen und Hurricanes wie Kyrill im Januar 2007 und Katrina im August 2005; die vermehrten Hochwässer…der Klimawandel ist Realität. Doch was steckt dahinter?

Sind diese regionalen Schäden und Katastrophen bereits Folge eines globalen, vom Menschen versachten Klimawandels? Gab es nicht immer schon Stürme und Überschwemmungen? Wissen-schafterInnen lasten nicht einzelne Katastrophen dem Klimawandel an. Sie gehen aber davon aus, dass sich die Wahrscheinlichkeit solcher Extremereignisse insgesamt erhöht hat. Längerfristige Erscheinungen wie eine Zunahme der Temperaturen um weltweit plus 0,6°C in den letzten 100 Jahren, das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen und ein Anstieg des Meeresspiegels um 10-20 cm sind mit 90%iger Sicherheit vom Menschen verursacht.

Die Erderwärmung hat physikalische Ursachen. Die Sonne sendet kurzwellige Strahlung zur Erde. Etwas weniger als 1/3 dieser Strahlung wird wieder reflektiert. Der Rest erwärmt Boden und Luft. Alle erwärmten Körper auf der Erdoberfläche geben ihrerseits langwellige Strahlung in Richtung Weltall ab. Die Atmosphäre dazwischen verhindert aber, dass die gesamte Wärmeenergie ins All verloren geht. Sie wirkt also wie ein Mantel, der die Erde nicht auskühlen lässt. Ohne diesen „Treibhauseffekt“ wäre die Erdoberfläche um 33°C kälter und menschliches Leben unmöglich. Wie viel Energie von der Atmosphäre zurückgehalten wird und welche Temperaturen sich daher einstellen, hängt von der Zusammensetzung der Atmosphäre ab. Gase wie CO2, Methan und Lachgas verringern die Abstrahlung der Erde. Der Mensch erhöht durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas und durch die Vernichtung von Wäldern die Konzentration von CO2. Als Folge erhöht sich die Temperatur.

Kaum bestreitbar

Heute gibt es kaum mehr WissenschafterInnen die leugnen, dass der Mensch die Erderwärmung verursacht. Die Erdöllobby fördert aber Studien, die beweisen sollen, dass alles halb so wild ist. Tatsächlich könnten nördlich gelegene Regionen wie Sibirien oder Kanada durch die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen etc. von einer Erwärmung profitieren. Die zu erwartenden Schäden durch das Versinken von Inseln und Küstenstreifen im Meer, durch vermehrte Naturkatastrophen und die Ausbreitung von Wüsten (Sahel) etc. würden aber überwiegen. Darüber hinaus wären meist ärmere Länder in den Tropen und Subtropen stärker betroffen. Diese haben auch geringere wirtschaftliche Möglichkeiten, sich an Verän-derungen anzupassen. Neue Kriege um Ressourcen und klimabedingte Migrationsströme könnten die Folge sein.

Bei einer Konferenz in Kyoto wurde 1997 beschlossen, die weltweiten CO2-Emissionen bis 2012 um 5% unter das Niveau von 1990 zu senken. Auch dieses nicht sehr hoch gesteckte Ziel konnte nicht erreicht werden. Die USA, die ¼ der weltweiten CO2 Emi-ssionen verursachen, weigern sich, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen. George W. Bush möchte stattdessen die Atomkraft fördern, um das Klima zu schützen. Das kleine Österreich hat zwar Kyoto unterzeichnet, ist aber auf dem besten Weg dazu, die Ziele zu verfehlen. Die globalen ökonomischen Interessen der KapitalistInnen, Erdöl noch bis zur Rentabilitätsgrenze etwa 60 Jahre weiter auszubeuten und zu vermarkten, sind zu groß.

Viele fortschrittliche Leute argumentieren jedeR müsse bei sich selbst anfangen und weni-ger Energie verbrauchen. Das ist sicher nicht ganz falsch. Wenn wir überhaupt die Wahl-möglichkeit haben, sollten wir z.B. auf ein Auto verzichten.Um den Klimawandel aufzuhalten, ist das aber zu wenig. Wir müssen mit den Methoden der ArbeiterInnenbewegung gegen die Energie-, Automobil- und Agrarmultis kämpfen! Die großen Konzerne müssen enteignet werden. Ihre Reichtümer und Mittel könnten dann dazu verwendet werden einen demokratischen globalen Plan zum Umstieg auf alternative Energiequellen (Wind, Wasser, Solarenergie, Biomasse etc.) umzusetzen.

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