Erklärung zum Zusammenschluss von AGM und IRO

Nach mehrmonatiger Diskussion und Zusammenarbeit geben wir nun den Zusammenschluss der Arbeitsgruppe Marxismus (AGM) und der Initiative für eine revolutionäre Organisation (IRO) bekannt.

Am Anfang des Vereinigungsprozesses stand ein Diskussionsangebot der IRO vom September 2002 (iro Nr. 8) und das gemeinsame Verständnis einer bereits damals großen politischen Nähe zwischen beiden Gruppen. Wir starteten den Versuch „auszuloten, welche Differenzen zwischen IRO und AGM existieren, die ein getrenntes Fortbestehen der beiden Gruppen rechtfertigen“.

Wir hatten in der Folge eine Reihe von inhaltlichen Diskussionen, die sehr sachlich und solidarisch geführt wurden – unter anderem zu folgenden Fragen:
– Organisationsaufbau und Verhältnis Theorie-Praxis,
– Umgang mit anderen Organisationen, die sich auf den Trotzkismus berufen,
– Revolutionstheorie (Artikel aus Marxismus Nr. 13)
– Imperialismustheorie bei Lenin, Komintern und Trotzki (Artikel aus Marxismus Nr. 7 und Nr. 21),
– Weltlageeinschätzung und „Antiglobalisierungsbewegung“,
– die AGM-Broschüren zur Neuen Weltordnung und zum Irak,
– die Frage des Staatsapparates in den stalinistischen Staaten.

Wir konnten dabei feststellen, dass es in den Positionen und der Praxis der beiden Gruppen eine starke Annäherung gab, dass es eine große Übereinstimmung in allen zentralen Fragen gibt, dass viele frühere Differenzen zwischen den beiden Gruppen nicht mehr bestehen bzw. nicht von größerer Bedeutung sind. Übrig geblieben sind einige untergeordnete taktische Fragen (und einzelne Punkte, zu denen die AGM einfach auf Grund längeren Bestehens und größerer Mitgliederzahl bereits Positionen hat, zu denen die IRO aber in den knapp zwei Jahren ihres Bestehens noch keine einheitliche Linie ausarbeiten konnte). Diese Fragen sind aber nicht so bedeutend, dass sie das getrennte Fortbestehen von zwei Organisationen rechtfertigen könnten.

Um den Prozess der inhaltlichen Klärung abzusichern, haben wir in den letzten Monaten eine gemeinsame Organisationspraxis intensiviert. Die AGM hat ihre Organisationsstrukturen für die IRO geöffnet, Genoss/inn/en der IRO haben sich insbesondere an der AGM-Betriebsgruppe in Wien beteiligt. Die Marxismus-Flugschrift gegen den Irakkrieg (Nr. 23) haben wir gemeinsam herausgegeben. Die IRO hatte zuletzt ihr separates Publikationswesen eingestellt und die Publikationen der AGM mitgetragen. Die Interventionen gegen die imperialistische Aggression gegen den Irak, am 1. Mai und zuletzt gegen die Pensionsraubpläne der österreichischen Regierung haben wir gemeinsam durchgeführt. Anfang Mai 2003 haben wir schließlich den Vereinigungsprozess ab- und die beiden Organisationen zusammengeschlossen. Da die AGM größer ist, seit längerem besteht und (auch über Österreich hinaus) bekannter ist, lautet der Namen der gemeinsamen Organisation Arbeitsgruppe Marxismus (AGM), ihre Publikationen sind weiterhin die Marxismus-Buchreihe, die Marxismus- Broschüren (Sondernummern) und die Marxismus-Flugschriften.

Die Vereinigung von AGM und IRO sehen wir als einen konkreten Schritt, die Zersplitterung der revolutionären Linken auf einer politisch ausgewiesenen Grundlage zu überwinden.

AGM und IRO

Mai 2003

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