Mumia Abu-Jamal – Todesurteil aufgehoben!

Seit 20 Jahren sitzt Mumia Abu-Jamal unschuldig in der Todeszelle. Er wird beschuldigt, den Polizisten Daniel Faulkner ermordet zu haben. Seitdem kämpft Mumia, der in diesem Prozess zum Tod verurteilt wurde, um sein Leben und seine Freiheit – Millionen von Menschen unterstützen ihn weltweit dabei. Erst kürzlich wurde Mumia zum Ehrenbürger von Paris ernannt.

Mumia wurde in einem ungerechten Verfahren für einen Mord verurteilt, den er nicht begangen hatte. ZeugInnen und entlastende Beweise, die seine Aussagen bestätigen, wurden und werden nicht zum Verfahren zugelassen. Seine Verurteilung war die Folge eines rassistisch manipulierten Verfahrens. Mumia wurde das Recht auf Selbstverteidigung aberkannt, ZeugInnen wurden von der Polizei bestochen, die Jury wurde manipuliert.

Mumia ist ein politischer Gefangener. Sein Verbrechen war, als Journalist die Polizeirepres-sion gegen Schwarze aufgezeigt zu haben. Zu Beginn seiner politischen Tätigkeit trat Mumia der revolutionären Black Panther Party bei. Hintergrund der Repression gegen ihn ist die fortdauernde politische Aktivität von Mumia, der – auch aus der Todeszelle heraus – Stellung zu verschiedensten politischen Fragen nimmt und dabei vor allem die USA einer scharfen Kritik unterzieht.

Nach jahrelangen Kämpfen verzeichnet die Bewegung für die Freilassung von Mumia nun einen gewissen Erfolg. Richter Yohn hat am 18.12. das Urteil gegen Mumia aufgehoben und eine Frist von 180 Tagen angesetzt, in der das Strafmass neu verhandelt werden könne, andernfalls würde das Urteil in lebenslänglich umgewandelt. Entlastende Beweise und ZeugInnen wurden allerdings bei dieser Entscheidung nicht berücksichtigt und der Richter bezeichnet Mumia immer noch als schuldig.

Yohn hatte eine Möglichkeit, die kein anderer Richter zuvor hatte: In die Beweise für Mumias Unschuld zu sehen, um zu ueberpruefen, ob Mu-mias Behauptungen, sein erstes Verfahren sei unfair gewesen, wahr sind. Yohn hat das kein einziges Mal gemacht. Er hat nicht einen einzigen Zeugen vorgeladen, weder eine Anhörung noch neue Beweise zugelassen, er hat selbst ein Geständnis abgelehnt. Aber immerhin ist mit der vorläufigen Aussetzung der Todesstrafe zumindest einmal die unmittelbare permanente Bedrohung für das Leben von Mumia beendet.

Das kann aber natürlich nicht das Ziel unserer Wünsche sein. Noch immer ist Mumia von lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht, in einem eventuellen neuen Verfahren sogar wieder von der Verurteilung zur Todesstrafe. Noch immer sitzen Menschen, vor allem aus dem afro-amerikanischen und dem indianisch-amerikanischen Widerstand, in US-Gefängnissen.

Die Forderung bleibt bestehen: Für die Freilassung von Mumia Abu-Jamal und allen anderen fortschrittlichen politischen Gefangenen.

 

 

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