Albanien

Drei Tote und mehrere Dutzend Verletzte sind die vorläufige Bilanz einer Demonstration, die am Freitag, 21.1.2011, in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, außer Kontrolle geraten war. Julia Masetovic kommentiert die Vorgänge in dem kleinen Balkanland.

Wäre es nach den Wünschen des NATO-Generalsekretärs Javier Solana gegangen, hätte sich die albanische Unabhängigkeitsbewegung UCK, nachdem sie ihre Schuldigkeit getan hat, getrost wieder in Luft auflösen können. Doch das Hätschelkind des Westens ist in seine Trotzphase gekommen und will sich nicht mit einem NATO-Protektorat abfinden - ein Großalbanien muß her!
Albanien war für nahezu ein halbes Jahrhundert von einer stalinistischen Bürokratie beherrscht. Der folgende Artikel, den wir aus der Zeitschrift Fourth International aus dem Jahr 1949 übersetzt haben, zeigt, dass auch in Albanien eine revolutionäre Strömung bestand und dass diese in einer brutalen Kampagne vom Stalinismus ausgeschaltet wurde.
Albanien gehört zu jenen Ländern in Mittel- und Osteuropa, die sich in der Frage eines Irak-Krieges offen auf die Seite der USA gestellt haben. Aber das kleine Balkanland ist derzeit nicht nur aus politischen Gründen für die USA als Teil jenes "neuen Europa" interessant, das von der US-Administration zur Schwächung der deutsch-französischen Position beschworen wurde. Weitgehend abgeschirmt von der breiten Öffentlichkeit, finden derzeit in Albanien gemeinsame Manöver der US- und der albanischen Streitkräfte statt. Auch das wäre an sich noch immer nichts Außergewöhnliches. Aber seit einigen Tagen werden im Südwesten Albaniens in der Nähe der Hafenstadt Vlora auf der Halbinsel Karaburun die alten, aus den Zeiten Enver Hoxhas stammenden Bunkeranlagen bombardiert.