Veranstaltung mit dem venezolanischen Gewerkschaftsführer Orlando Chirino in Zürich

Orlando Chirino ist nationaler Koordinator des venezolanischen Gewerkschaftsdachverbandes UNT und führendes Mitglied der klassenkämpferischen Strömung in der UNT, der C-CURA. Am 11. Juni wird er auf einer Veranstaltung von ALS und RSO Zürich sprechen…

In Venezuela findet seit 1998 ein revolutionärer Prozess statt, der grosse Hoffnungen weckt. Die Bevölkerungsmehrheit hat begonnen, sich zu organisieren. 2002 haben sich die ArbeiterInnen und die Armen massiv mobilisiert, um den von der US- und der spanischen Regierung unterstützten Putsch der Rechten gegen Präsident Hugo Chávez zurückzuschlagen. Es konnten bemerkenswerte soziale Fortschritte bei der Ernährung und im Bildungs- und Gesundheitsbereich usw. erzielt werden.

Der Druck des US-Imperialismus verstärkt sich mit dem Einsatz der 4. US-Flotte vor den Küsten Venezuelas. Ironischerweise muss sich Venezuela in diesen Tagen wegen Verletzungen der Gewerkschaftsrechte vor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf verantworten. Der gleiche Vorwurf wird jedoch nicht gegen Kolumbien, wo jeden Tag GewerkschafterInnen umgebracht werden, erhoben.

Der "bolivarische Prozess" in Venezuela ist in der Tat mit sozialen Konflikten und Klassenkämpfen verbunden. Chávez spricht von einem "Sozialismus des 21. Jahrhunderts", gleichzeitig sind in Venezuela die kapitalistischen Verhältnisse weiterhin aufrecht und es gibt immer wieder Repression gegen kämpfende ArbeiterInnen.

Beispielsweise bei Ternium-SIDOR, einem der grössten Stahlwerke Lateinamerikas mit 13'000 Arbeiterrn. Dort hat es während 16 Monaten einen harten Arbeitskonflikt gegeben. Am 14. März hat die Bolivarische Nationalgarde 53 Arbeiter festgenommen und mehr als ein Dutzend mit Gummigeschossen verletzt. Anfang April errangen die Streikenden schliesslich einen Sieg und Ternium-SIDOR, eine Filiale des argentinisch-italienischen Konzerns Techint, wurde weider verstaatlicht (nachdem der Betrieb 1997 privatisiert wurde).

Weitere Sektoren wie die Zementindustrie könnten demnächst "Opfer" von Verstaatlichungsmassnahmen werden – darunter der Schweizer Konzern Holcim. Er hat die Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) schon beauftragt, bei der venezolanischen Regierung vorstellig zu werden.

Was sind die Ursachen für die aufflammenden Arbeitskämpfe in Venezuela? Welche (internationalen und inneren) Kräfte fördern den Veränderungsprozess in Venezuela und welche bedrohen ihn? In welchem Zusammenhang stehen die Angriffe von wichtigen Sektoren des Regimes gegen kämpferische GewerkschafterInnen wie Orlando Chirino, der nach monatelangen Verleumdungen Ende Dezember 2007 vom staatlichen Erdölkonzern PVDSA entlassen wurde? Warum ist zur Verteidigung des revolutionären Prozesses eine Solidarisierung mit der klassenkämpferischen ArbeiterInnenbewegung nötig?

Diese und weitere Fragen werden wir am 11. Juni diskutieren. Du bist herzlich eingeladen!

Orlando Chirino ist nationaler Koordinator des Gewerkschaftsdachverbandes Union Nacional de Trabajadores (UNT) und führendes Mitglied der klassenkämpferischen Strömung in der UNT, der Corriente Clasista Unitaria Revolucionaria y Autónoma (C-CURA).

Veranstaltet von:
Antikapitalistische Linke – für Sozialismus (ALS)
Revolutionär Sozialistische Organisation (RSO)
und weiteren Organisationen.

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