Niemals vergessen!

5. Mai 1945: Befreiung des KZ Mauthausen

Jedes Jahr kommen Anfang Mai tausende Menschen aus ganz Europa nach Mauthausen, um die Befreiung des ehemaligen KZ Mauthausen am 5. Mai 1945 zu feiern. Die Befreiungsfeier findet heuer am 8. Mai statt. Gemeinsam mit ehemaligen Häftlingen und jungen Menschen begehen wir das 60jährige Jubiläum und demonstrieren gegen Rassismus und Faschismus damals und heute. Auch in diesem Jahr nehmen wieder Vertre-terInnen der schwarz-blauen Regierung an der Befreiungsfeier teil. Deren ehrliches Gedenken an die vielen Opfer des KZ ist in Frage zu stellen - bietet ihre Politik doch das Fundament für Rassismus. Deshalb ist es besonders wichtig, ein Zeichen des Widerstands zu setzen. Wir zeige ehemaligen Gefangenen, dass es Menschen gibt, die den Kampf gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus sowie den Kampf für eine bessere Gesellschaft fortführen.

Geschichte des KZ

Das KZ Mauthausen wurde im August 1938 von der SS gebaut. Es hatte mehrere Nebenlager, die meist an Industriebetriebe angeschlossen waren. Unter den insgesamt ca. 200.000 Gefangenen aus ganz Europa waren JüdInnen, KommunistInnen, Sozialist-Innen, Homosexuelle, Andersgläubige, Vorbestrafte sowie Kriegsgefangene. Die Gefangenen wurden durch eine an die Spitze getriebene und beispiellose Ausbeutung für die wirtschaftlichen Interessen der Betriebe im dritten Reich ausgenutzt. Wir erinnern uns an die Steinbruch-, Berkwerk-, Fabrik- und Feldarbeiten, zu denen KZ-Häftlinge wie SklavInnen herangezogen wurden. Gegen Ende des Krieges wurde mit der systematischen Vernichtung der Gefangenen begonnen.

Sogar im mörderischen System der KZ´s versuchten Häftlinge, Widerstand zu leisten. Der größte Ausbruchsversuch fand in der Nacht zum 2. Februar 1945 statt. Ungefähr 500 gefangene sowjetische Offiziere unternahmen einen Ausbruchsversuch. Viele der Ge-flüchteten kamen nicht weit, weil sie erschöpft nieder brachen. Unmittelbar nach der Flucht wurde eine Großfahndung eingeleitet. Die SS-Lagerleitung wies die Beamten der Gendarmerie an, niemanden lebend ins Lager zurückzubringen. Die Treibjagd auf die Entflohenen, an der sich Angehörige des Volkssturms und der Feuerwehr und sogar Teile der Bevölkerung beteiligten, dauerte drei Wochen. Von der SS wurde diese Menschenhatz "Mühlviertler Hasenjagd" genannt. Die Geflüchteten wurden bis auf 11 Gefangene wieder aufgegriffen und hingerichtet. Die 11 konnten bis zum Ende des Krieges bei Bäuer-Innen unterkommen oder sich in den Wäldern verstecken. Rund 100.000 Menschen, fast die Hälfte der Inhaftierten, wurde ermordet oder starb an den Folgen der Haft