Fünf Jahre AL ...

... und wir fangen erst an!

Im Herbst 1999 starteten einige ambitionierte AktivistInnen ein neues Projekt: die AL-Antifaschistische Linke. Nach fünf Jahren ist es Zeit für eine erste Bilanz.

Am Anfang stand eine Gruppe zumeist jugendlicher AktivistInnen. Mit dem Namen "Antifaschistische Linke" wollten wir ausdrücken, dass antifaschistische Arbeit für uns einen wesentlichen Stellenwert hat, ohne dass wir uns deshalb auf "AntiFa"-Arbeit reduzieren wollten. Wir verstanden (und verstehen) uns als allgemein-politische revolutionäre Organisation mit dem Ziel, Menschen aller Altersgruppen zu gewinnen. Die neue Organisation sollte sich also genauso in die Kämpfe in Betrieben, in den Widerstand gegen Sozialabbau und Pensionsraub oder in die Bewegungen auf Schulen und Universitäten einmischen. Als Zielgruppe wurden all jene definiert, die sich bereits selbst "links" definieren, aber für sich noch keine Organisation gefunden haben.

Wesentlich war natürlich auch die inhaltliche Orientierung der neuen Gruppe. Der Name der Organisation war eigentlich ein Kompromiss der beiden Strömungen in der neuen Organisation (einer marxistischen und einer anarchistisch-beeinflussten), da er keine positive Gesellschaftsutopie ("Sozialistische ....") enthielt. Anfänglich war also noch nicht ganz klar, wohin die Reise gehen sollten. Doch bald war klar, dass die überwiegende Mehrheit der AktivistInnen auf Basis des Marxismus stand, was sich dann auch in einem ersten programmatischen Text ausdrückte, der im Jänner 2000 verabschiedet wurde.

Die Gründung der AL fiel mitten in eine der wesentlichsten Perioden der österreichischen Innenpolitik seit 1945, der Etablierung der ersten schwarz-blauen Regierung. Vor allem in der ersten Periode der Bewegung konnten wir dabei eine nicht unwesentliche Rolle spielen, so organisierten wir gemeinsam mit der SchülerInnen-organisation "SAP" einen Schulstreik gegen die Regierung, an dem rund 2/3 der Wiener Oberstufen teilnahmen.

AntiFa-Arbeit

In Folge arbeiteten wir bei einer Reihe von Bewegungen mit, doch vor allem unsere AntiFa-Arbeit war erfolgreich. Wir organisierten Bündnisse, die z.B. im Frühjahr 2002 in kurzer Zeit zweimal jeweils rund 5000 Menschen gegen Naziaufmärsche auf die Beine brachten. In dieser Zeit begannen auch die Medien auf uns aufmerksam zu werden. Seitdem haben alle wichtigen österreichischen Medien über Aktivitäten der AL berichtet, mit Ausnahme der Krone zumeist auch unter Nennung der AL. Mit News, Falter, FM4 oder dem ORF-Magazin "25" haben wir längere Interviews bzw. Berichte gemacht. Und auch die Gegenseite ist auf uns aufmerksam geworden: "Gewalttäter sind meistens Personen, die im Kontakt mit Drogenhandel stehen sowie div. Antidemokratischen Organisationen wie zb. der Antifa, AL (Antifaschistische Linke ) u.d.gl.angehören !" (Kameradschaft Germania, alle Rechtschreibfehler im Original.)

Natürlich hat in diesen fünf Jahren nicht immer alles geklappt, sich nicht immer alles zu unserer Zufriedenheit entwickelt. Alles andere wäre aber auch sehr erstaunlich gewesen. Wenn wir aber heute zurückblicken, können wir eine überwiegend positive Bilanz ziehen. Die AL hat sich einen festen Platz in der Wiener Linken erarbeitet und auch über Wien hinaus bekannt werden und SympathisantInnen gewinnen. Um aber gesellschaftlich etwas verändern zu können, sind wir immer noch viel zu wenige. Wenn Dir also unsere Arbeit gefällt - worauf wartest Du noch?