Durch Einsparungen sieht sich die Wiener Interventionsstelle seit 3. Juni gezwungen, die Betreuung von "Opfern familiärer Gewalt" (fast ausschließlich Frauen) in sieben Wiener Gemeindebezirken einzuschränken.
Der Grund: Die Kürzung des Budgets um 5% seitens des Gesundheits- und Innenministeriums und Personalmangel. Anstatt Personal aufzustocken, um die immer mehr werdende Arbeit entsprechend professionell bewältigen zu können, wird genau in diesem Bereich gespart. Dabei ist die Arbeit der Interventionsstelle einer der wichtigsten Teile bei der Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes.
Dabei gilt es, sozialen und finanziellen Ängsten, die in den Opfern meist tief verwurzelt sind, entgegenzutreten und in ihnen das Selbstvertrauen für einen Neuanfang aufzubauen. "Opfer brauchen kontinuierliche Unterstützung" erklärt die Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle, Rosa Logar. SozialarbeiterInnen sollen nicht Aktenberge mechanisch abarbeiten, sondern Opfer mit aller dafür notwendigen zeitlichen Betreuung auf ihrem Weg aus dem Teufelskreis "Familiengewalt" begleiten.
PolitikerInnen hätten laut Logar die Notlage erkannt, bedauerten aber, für dieses Jahr keine Finanzmittel mehr zu haben. Wieder einmal zeigen sich die Prioritäten der schwarz-blauen Regierung. Mit sozialen Projekten brüstet man sich, solange es medial Nutzen bringt und kürzt anschließend, hinter der Hand und mit bedauerndem Lächeln, Subventionen.
Anstatt Scheinhandlungen und Sozialverrat, ist die Aufstockung des Budgets für die Interventionsstellen, sowie die finanzielle Unterstützung der Opfer bei den Gerichtsverhandlungen gegen ihre Peiniger nötig. Bis dahin bleibt nur zu hoffen, dass alle Betroffenen in den richtigen Bezirken wohnen...
Weitere Informationen zur Interventionsstelle Wien:
0800 / 222 555 (Notruf)
www.interventionsstelle-wien.at
Emilio Jan