Wenn am 7.März die letzten Wahllokale schließen und die letzten Stimmen ausgezählt sind, werden wir wissen, ob der bundesweite Trend zu SPÖ und Grünen auch in Salzburg und Kärnten eine Fortsetzung findet.
Die Ziele der einzelnen Parteien sind klar definiert. Auch wenn bei manchen KandidatInnen die Selbstüberschätzung Übermaß annimmt und mensch ernsthaft die Seriosität so mancher Aussagen hinterfragen muss. So rechnet zum Beispiel der Landesvorsitzende der FPÖ Salzburg, Karl Schnell, mit 15 % der Stimmen. Es braucht keinen Fachmann, um zu erkennen, dass dieses Ziel, in Anbetracht der herben Wahlniederlagen der FPÖ bei den letzten Wahlgängen und der zunehmenden Beliebtheit der Sozialdemokratin Gabi Burgstaller, nicht erreicht werden kann. Burgstaller selbst hofft darauf, erste sozialdemokratische Landeshauptfrau von Salzburg zu werden.
Andere Ziele haben die Grünen, deren Vorsatz es ist, in Salzburg Zünglein an der Waage zu sein und in Kärnten endlich in den Landtag einzuziehen (Kärnten hat eine äußerst undemokratische Wahlordnung, ein Einzug in den Landtag benötigt 10% der Stimmen, was historisch verhindern sollte, dass slowenische Parteien den Einzug schaffen).
Das Hauptaugenmerk der Öffentlichkeit fällt jedoch, wie erwartet, wieder auf den amtierenden Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Bereits zu Beginn des Wahlkampfs versuchte er, auf die Anti-Kriegs-Stimmung aufzuspringen und erklärte, nicht zu wissen, ob George Bush oder Saddam Hussein humaner sei. Daraufhin kündigten SPÖ und ÖVP an, Haider nicht zum Landeshauptmann wählen zu wollen. Doch ob die ÖVP dieses Risiko tatsächlich eingehen wird, ist fraglich, wenn bedacht wird, dass in Salzburg LH Franz Schausberger zur Wahl steht, der es ohne freiheitliche Hilfe sehr schwer haben wird, wiedergewählt zu werden.
Kopf an Kopf
In Salzburg wird mit einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen, zwischen dem oben genannten ÖVP-Landeshauptmann und der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Gabi Burgstaller gerechnet. Wer am Ende die meisten Stimmen haben wird, kann man jetzt noch nicht abschätzen: LH Schausberger, der öffentlich behauptete, dass ihm die Bundespolitik nicht wirklich ein große Hilfe sei, kann sich zwar noch auf die konservative Grundtendenz bei Wahlen in Salzburg verlassen. Ein allzu leichtes Spiel wird es aber für ihn wohl auch nicht werden, betrachtet man insbesondere die Beliebtheit Burgstallers und den Aufwärtstrend der Sozialdemokratie. Burgstaller selbst ist eine der Stellvertreterinnen von SPÖ-Parteichef Gusenbauer und gilt als Zukunftshoffnung der SPÖ. Damit ist sie für die gesamte Politik der SPÖ und deren eine reale Alternative für junge Menschen und für die arbeitende Bevölkerung anbietet. Ein Blick nach Deutschland genügt, um zu sehen, wie Sozialdemokratie und Grüne agieren, wenn sie an der Regierung sind.
Sinnvoller ist, die außerparlamentarische Linke zu stärken und damit linkes Potential sichtbar zu machen. Doch letztlich ist nicht entscheidend, was am 7. März passiert. Entscheidend ist, was in den rund 1800 Tagen bis zur darauffolgenden Wahl passiert.