Im Frühjahr wurden die Stundenkürzungen für Schulen beschlossen. Welche konkreten Auswirkungen hatte dies auf Deine Schule?
In den 8. Klassen tritt eine besondere Problematik auf, da zwei Wahlpflichtfach-Stunden gekürzt wurden und deshalb die Auswahl der Maturafächer für viele SchülerInnen schwieriger geworden ist. Außerdem ist die finanzielle Belastung für Eltern größer geworden, da die Stunden, jedoch nicht der Lehrstoff gekürzt wurde und so viele Jugendliche mehr Nachhilfestunden in Anspruch nehmen müssen - besonders in den dritten Klassen in Mathematik tritt diese Problematik vermehrt auf.
An einem von Dir organisierten SchülerInnenstreik im Frühjahr haben sich 50% der Brucker Oberstufe beteiligt. Welche Veränderung des politischen Klimas ergab sich dadurch in der Schule?
Durch die Teilnahme am Streik wollten die SchülerInnen ihren Protest gegen die Kürzungen artikulieren. In der Schule wurde dies von Seiten der Direktion und einigen LehrerInnen missverstanden und sogar als persönlicher Angriff der "roten" SchülerInnen gegen die "schwarze" Schule gesehen und nicht als Akt der Solidarität den LehrerInnen gegenüber.
Durch die vor einigen Jahren beschlossene Schulautonomie bekommen Schulen immer weniger Geld vom Staat. Was hat das in Deiner Schule für Folgen?
Es wurde ein Wander- bzw. Projekttag gekürzt, es ist kaum Geld für Exkursionen vorhanden bzw. werden sie von Seiten der Direktion nicht genehmigt. In manchen Klassen ist es unmöglich, Fenster zu öffnen, Farbe bröckelt von den Wänden, es werden permanent neue Schulmittel benötigt, die sich die Schule nicht leisten kann und dadurch fehlen.
Wie versucht die Schule, den Geldmangel zu bewältigen?
Die Schule stellt Werbeflächen zur Verfügung und die Beheizung der Schule wurde von Gas auf Fernwärme umgestellt. Der Schuss ging jedoch nach hinten los, die Heizkosten stiegen um 50% und in manchen Klassen herrscht im Winter eisige Kälte.
Wie stehst Du zu Werbung in der Schule?
In öffentlichen Gebäuden sollten meiner Meinung nach gar keine Werbung vorhanden sein, weil so keine objektive und kritische Erziehung der SchülerInnen möglich ist. Allerdings glaube ich, dass Werbung in der Schule hauptsächlich jüngere SchülerInnen beeinflusst.
Die Einsparungen im Bildungsbereich gehen ungebrochen weiter. Wie könnten Deiner Meinung nach Streiks im Bildungsbereich erfolgreicher sein?
Erfolgreicher wäre es gewesen, hätten alle Brucker SchülerInnen, also sowohl BRG, HAK, Hasch, als auch beide Hauptschulen und das Polytechnikum, gemeinsam gestreikt und hätten die LehrerInnen den Streik unterstützt. Wichtig wäre gewesen, sich auch mit den ArbeiterInnen zusammenzuschließen, da die Anzahl der Streikenden so größer gewesen wäre. Damit wäre ein beträchtlicher ökonomischer Schaden entstanden und somit der Streik in den Medien präsenter gewesen.