WEF from the inside

Zu Besuch beim World Economic Forum in Salzburg

Mal durch alle Polizeisperren spazieren, nett begrüßt werden, eine Konferenztasche bekommen und mit den Reichen und Mächtigen an einem Tisch sitzen. World Economic Forum Summit in Salzburg mal von innen.

Schon mal was von einem "working breakfast" oder einem "net-working lunch" gehört? Das gibt's bei WEF Gipfeltreffen, weil essen alleine geht nicht, da muss schon gearbeitet und vernetzt werden, dazu sind ja schließlich alle hier. Und wer möchte nicht vom Premierminister persönlich über die niedrigen Lohnnebenkosten und das gute Investitionsklima in Serbien informiert werden?

Ein eigenes Büchlein mit Fotos und Biografie aller TeilnehmerInnen sorgt dafür, dass sich auch alle gegenseitig finden und erkennen. Die Plenarsessions sind sowieso etwas langweilig, da werden zum Beispiel die diversen Jugendinitiativen präsentiert, die dann davon sprechen dürfen, dass sie die Forderungen der DemonstrantInnen draußen unterstützen und dann sagen alle Bosse im Chor: "ja super wir sind einer Meinung!" Ein Lehrstück, wie Neoliberale auf Kritik reagieren. Alles anhören, zustimmen und vereinnahmen oder einkaufen.

Wirklich spannend wird es aber, wenn dann die Regierungen der diversen Staaten des ehemaligen Ostblocks aufmarschieren und sich der kroatische und der serbische Regierungschef darin zu übertreffen versuchen, wer denn nun das bessere Investitionsklima habe. Sprich niedrige Lohnkosten, niedrigere bis keine Sozialleistungen, niedrige Lohnnebenkosten, niedrige UnternehmerInnen- und Gewinnbesteuerung. Das alles hören sich dann die Wirtschaftsbosse gerne an. Denn sie wissen, dass sie allein die Gewinner in diesem Wettstreit sein werden. Sie wissen, dass dadurch die Lohnkosten immer weiter nach unten gehen werden und ihre Gewinne damit nach oben.