Angriff auf die Mairo-Klinik

Pro-Life geht gegen Abtreibungsklinik vor

Die Mairo-Klinik ist eine Abtreibungsklinik im zweiten Wiener Gemeindebezirk, die seit Monaten von militanten AbtreibungsgegnerInnen terrorisiert wird. Die Situation ist dadurch verschärft, dass die Klinik an Abtreibungsgegner verkauft wurde und ihr eine Räumungsklage droht. Der Abtreibungsgegner wird dabei von der ehemaligen Kanzlei des Justizministers „Böhmdorfer-Gehneff“ vertreten.

Von 1976 bis 1992 war die Mairo-Klinik nur eine Beratungsstelle für Frauen die abtreiben wollten. Seit 1992 können Abtreibungen in der Mairo-Klinik durchgeführt werden. 2000 übersiedelte die Klinik in die Große Sperlgasse, wobei sie für die Räume eine Kaufoption hatte. Es zogen Pro Life Leute ein, eröffneten eine “Beratungsstelle” und fingen mit Drohungen und Belästigungen an.

Human Life International - Pro Life

Pro Life ist der militante Teil von HLI. Sie bedrohen und belästigen Abtreibungspatien-tinnen und -ärztInnen auf der ganzen Welt, auch die Mairo-Klinik wird von ihnen belästigt. In der Aussendung von HLI stand kürzlich ein Spendenaufruf zur Finanzierung des Ankaufs von Wohnungen im Haus der Abtreibungsklinik, und sie riefen zu einem Gebetszug nach “Golgotha” (Mairo-Klinik) auf, zu “mitopferndem Ausharren vor der Klinik”. Die AbtreibungsgegnerInnen stehen jeden Tag vor der Mairo-Klinik und terrorisieren die Patientinnen und ihre Beglei-terInnen. Sie verteilen Plastik Embrios, beschimpfen sie (z.B. als Mörderinnen), versperren ihnen den Weg, bedrohen und fotografieren sie, es wird ihnen gedroht, dass die Fotos veröffentlicht werden und die Frauen mit üblen Folgen zu rechnen haben. Kurzum, sie setzen die Patientinnen psychisch unter unglaublichen Druck.

Auch das Personal der Klinik bleibt nicht verschont. Die Leiterin bekommt ständig schriftliche und mündliche Morddrohungen. Sie ist nirgendwo mehr ungestört und sicher. Die Leiterin der Mairo-Klinik stellte einen Sicherheitsdienst ein, um die Patientinnen zu schützen, doch auch diese Leute werden angegriffen. Auch, dass sie angegriffen werden und Morddrohungen bekommen, ist nichts Besonderes mehr, es gehört schon zum täglichen Leben.

Verkauf der Klinik

Im Frühjahr 2000 wurde bekannt, dass der Kauf der Räume doch nicht mehr möglich ist, denn sie wurden von Herr Dietmar Fischer 31.März gekauft. Die Klinik setzte sich mit der vorherigen Besitzerin in Verbindung und diese erklärte ihnen, dass sie seit einem Jahr genötigt, terrorisiert und bedroht worden ist, und dies einfach nicht mehr verkraftet hat. Dietmar Fischer ist Obmann von HLI-Österreich, der „Christlichen Allianz” und von „Pro Life, usw.

Die Leiterin versuchte Fischer umzustimmen, doch dieser erzählte ihr nur von der Hure Magdalena und, dass er für die „Bekehrung der Huren” beten müsse, dass es „nur mehr ausländische Kinder in Österreich” gäbe.

Die Räumungsklage

Am 11.Dez. reichte die Kanzlei Böhmdorfer-Gheneff die Räumungsklage ein. Es sei kein friedliches Zusammenleben mit den MitbewohnerInnen möglich, weil „regelmäßig Frauen, welche diese Abtreibungsklinik aufsuchen, im Stiegenhaus unter Schmerzen und Weinkrämpfen zusammenbrechen ...” Dass die Frauen zusammenbrechen weil „seine” Leute sie vorher psychisch fertig machen, hat er vergessen zu erwähnen! Die Klinik erhob Einspruch gegen die Räumungsklage. Die Räumung der Klinik wäre ein Rückschritt im Kampf um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen. Desshalb ist es wichtig dagegen zu demonstrieren! n


Informationen über aktuelle Aktionen unter
0699/10 934 921


Bundeskanzler Schüssel zur Abtreibungsdebatte

„Wir haben uneingeschränkte Achtung vor dem ungeborenen Leben und lehnen Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich ab. (...) Grundlage einer glaubwürdigen Politik ist der Schutz des Lebens und eine entsprechende Änderung der gesetzlichen Regelungen wird von der ÖVP angestrebt und entsprechende Gespräche, die einer Mehrheit bedürfen, im Parlament geführt.”