Editorial

Liebe LeserInnen, liebe FreundInnen, liebe GenossInnen!

Nun, bis jetzt hat jedes Editorial mit einem Zitat begonnen. Von dieser Tradition wollen wir erstmals abweichen und Euch das rundumerneuerte Morgenrot vorstellen. Am auffälligsten ist zweifellos die neue Zweifarbig-keit, die nur dank Eurer Spen-denfreudigkeit, für die wir uns herzlich bedanken wollen, möglich geworden ist. Aber auch darüber hinaus hat sich einiges verändert, neue Rubriken und neue Schriften machen das Morgenrot (MR) hoffentlich noch übersichtlicher.

Auf 24 Seiten versuchen wir nicht nur, tagespolitische Themen aus unserer Sicht zu kommentieren, sondern auch, Informationen und Fakten über Themen zu bieten, die einer breiteren Öffentlichkeit noch kaum bekannt sind. Bei der Bewertung, ob uns das gelingt, sind wir natürlich auf Eure Rückmeldungen angewiesen. Dementsprechend würden wir uns vor allem in Hinblick auf unseren Relaunch über Eure Meinungen und Kommentare freuen. Wie bisher könnt Ihr sie uns unter AL, PF 43, 1201 schicken oder uns anrufen.

Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit, ein Mail an almail@gmx.net. Und damit kommen wir zu unserer zweiten Neuigkeit. Gleichzeitig mit dem Relaunch unserer Zeitung haben wir auch unseren Auftritt im Netz vorbereitet. Unter www.sozialismus.at findet Ihr, voraussichtlich ab Anfang September, die AL im WWW. Wir freuen uns künftig also auch online über Euren Besuch. Doch genug der Infos in eigener Sache, in gewohnter Manier wollen wir Euch auch die aktuelle Nummer des Morgenrots vorstellen.

„Wer glauben sie, macht die Kohle? Nicht wir, sondern unsere Mitarbeiter. Wir geben das Geld nur aus.” So offen drückte Franz Holzschuh, Chef des Kaffeehausmultis Starbucks, kürzlich in einem Presse-Gespräch die Grundweisheit des Kapitalismus aus. Nun, nachdem Holzschuh so offen ist, sollten wir ebenso offen antworten. Wenn die Mitarbeiter-Innen schon die Kohle machen, dann sollten sie wohl auch den Gewinn einstreifen, oder haben wir da was falsch verstanden, Herr Holzschuh?

Eine gute Gelegenheit wäre die kommende Herbstlohnrunde, denn tatsächlich ist ein kräftiger Lohnzuschlag in Anbetra-cht der hohen Inflationsrate und der Sozialabbaumaßnah-men der Regierung mehr als angebracht. Doch dazu ist von Seiten des ÖGB mehr als nur ein bißchen Säbelrasseln und Dampfablassen nötig. Immerhin befürwortet in einer Kurier-Umfrage jede/r Zweite eine härtere Gangart von Seiten des ÖGB, 13% sind sogar für einen Generalstreik. Mehr dazu ab Seite 3.

Auch an einer anderen Front macht der ÖGB immer wieder (unrühmlich) von sich reden: beim Thema EU-Osterwei-terung. Wir versuchen ab Seite 5, Antworten auf diese schwierige Frage zu finden. Daneben haben wir noch eine Reihe anderer aktueller Themen vorbereitet. Wir berichten vom Kampf um die Wiener Mairo-Klinik, die seit Monaten von militanten AbtreibungsgegnerInnen blockiert wird und geben einen Rückblick auf die Demonstrationen von Salzburg und Genua. Daneben beschäftigen wir uns auch ein wenig theoretisch mit der Antiglobalisierungs-bewegung und geben eine Einschätzung der Bewegung ATTAC. Eine theoretische Antwort auf die Frage nach der Neutralität der Staatsgewalt auf Seite 10 rundet die Diskussion um die Globalisierungsbewe-gung ab.

Über den österreichischen Tellerrand blicken wir auch mit einem Bericht über Moderne Sklaverei ab Seite 12, einem längeren Artikel über die mexikanischen Zapatistas ab Seite 14 und einer Geschichte des Aufstiegs von Silvio Berlusconi auf Seite 16. Zurück in Österreich, berichten wir über die neuen Methoden des Arbeitsmarkservices und die Veränderungen, die auf Österreichs Schü-lerInnen zukommen. Als Abrundung setzen wir uns mit der Nazivergangenheit des Wissenschaftlers Konrad Lorenz und mit den Moskauer Schauprozessen von 1936 auseinander und erzählen die Geschichte von Josef Frey, einem österreichischen Revolutionär.

Wir freuen uns über Eure Rückmeldungen und wünschen Euch wie immer viel Spaß beim Lesen und Ausdauer beim Kämpfen.


Die Redaktion