Der Beginn der “troubles” geht bis ins Mittelalter zurück, in die Zeit der sukzessiven Besiedelung Irlands durch britische und schottische Einwanderer. Seither entstanden erbitterte Kämpfe zwischen Iren und Briten um die Vorherrschaft, die schließlich zur Gründung der IRA führten.
Stets gab es Widerstandsbewegungen, die sich gegen die britische Unterdrückung richteten. 1649 starben 11.000 britische Siedler während eines irischen Aufstandes. 1689 wurde die Stadt Derry von den Iren belagert. Die blutige Rückgewinnung des abtrünnigen Irland durch Wilhelm von Oranien in dem “Battle of the Boyne” (1.7.1690) wird bis zum heutigen Tag alljährlich von den Unionisten gefeiert. Die nach der Niederschlagung folgenden Strafmaßnahmen gegen die Katholiken, die Iren sind hauptsächlich katholischen, die Briten protestantischen Glaubens, führten im 17./18. Jahrhundert zu einer Entrechtung der Iren. Der Zugang zu öffentlichen Ämtern war auf Anhänger der Anglikanischen Kirche beschränkt. Der Grundbesitz beispielsweise wanderte kontinuierlich in protestantische Hände (um 1600: irischer Grundbesitz 90%, um 1700: nur noch 10%).
Ende des 18. Jhds entstand die erste Widerstandsbewegung, die “Catholic association”, die für die Aufhebung der Union, für die Aufhebung des Zehnten an die anglikanischen Pfarrer und die drückenden Pachtzinsen ein.
1919 kam es dann endgültig zum Krieg.. Auslöser war die Ausrufung der Republik durch die irischen Demonstranten, unter ihnen Patrick Pearse, ein Mitbegründer der IRA, die sich auch in diesem Jahr bildete. Der Krieg wütete bis 1921. Seit Juli 1921 bestand ein nordirisches Parlament in Belfast, dass sich am 7.12.1922, durch die eklatante britische Mehrheit, für den Verbleib bei Großbritannien aussprach.
Widerstand auf irisch
Die katholische Minderheit wurde passiv ignoriert und aktiv ausgegrenzt. Das beweist z.B. das Kommunalwahlrecht, welches eine Art Zensurwahlrecht war. Die Wahlberechtigung war an Hausbesitz und Steueraufkommen geknüpft. Beispielsweise konnte ein Unternehmer – in der Regel ein Protestant - bis zu sechs Stimmen bekommen, sozial schwache Personen - größtenteils Katholiken - bekamen im ungünstigsten Fall gar keine Stimme.
Durch das eigene Parlament und die angebliche Selbstverwaltung Nordirlands, verebbte für lange Zeit der bewaffnete Widerstand. 40 Jahre vermeintlicher Ruhe folgten, bis in den 60ern die Bürgerrechtsbewegungen aufflammten. Die IRA griff wieder zu den Waffen, wie auch die britischen Truppen.
1969 kam es zum endgültigen Ausbruch des Bürgerkrieges in der Stadt Derry (die protestantische Bevölkerung nennt sie ”Londonderry”). Nachdem die Polizei eine Demonstration auseinandergeknüppelt hatte, riegelten die TeilnehmerInnen das Katholikenviertel ab und lieferten sich tagelange Kämpfe mit der Polizei. Der Terror nahm kein Ende: am 30.1.1972 erschossen Soldaten der britischen Armee 14 unbewaffnete BürgerrechtlerInnen. Aufgrund des brutalen Vorgehens der britischen Polizei gegen die DemonstrantInnen, ging dieser Tag als “Bloody Sunday” in die Geschichte ein.
Die ”Irisch Republikanische Armee” (IRA) kämpft für die Unabhängigkeit Nordirlands und die Selbstbestimmung der katholischen Bevölkerung. Sie ist eine terroristische Organisation, mit einem politischen Arm, der Sinn Fein (”Uns selbst allein”).
Die IRA wurde 1919 gegründet und kämpfte im irisch englischen Krieg gegen die Unterdrückung Irlands durch die Briten. Nach Ausrufung der Republik Irland ging ein Teil in der irischen Armee auf, der andere Teil, hauptsächlich in Nordirland, kämpfte irregulär weiter. 1936 wurde sie verboten.
Mit erneutem Aufflammen der religiös-sozialen Unruhen 1969, flammten auch die Aktivitäten der IRA wieder auf. Sie spaltete sich in 2 Gruppen: in einen eher sozialistischen “offiziellen” und einen, zahlenmässig stärkeren, “provisorischen” Flügel. Der offizielle Flügel lehnt Gewalt ab und kämpft für ein vereinigtes sozialistisches Irland, der provisorische Flügel versucht dasselbe mit Terrorakten.
1974 wird der politische Arm der IRA, die Sinn fein (“Uns selbst allein”), legalisiert, und als Partei anerkannt. In diesem Jahr wird allerdings auch die Ulster Volunteer Force, eine Gruppierung, die Nordirland weiterhin bei Grossbritannien sehen will, legalisiert. Die IRA versucht weiterhin ihre Forderungen mit Waffen durchzusetzen, was ja keine schlechte Sache ist, bloss sucht sich die IRA nicht immer die richtigen Ziele, sondern verübt Anschläge auf Einkaufszentren und ähnliches bei denen Menschen umkommen, die sie eigentlich befreien wollen. 1994 kommt es zu dem ersten Waffenstillstand der IRA und Gesprächen zwischen den Briten, unionistischen irischen Gruppen und der Sinn Fein. Diese Gespräche haben bis heute zu nichts geführt.