“ Es gibt drei Dinge, die sich nicht verstecken lassen: Liebe, Husten und Armut ”, weiß ein altes türkisches Sprichwort. Nun, um Husten und Liebe kümmern wir uns jetzt mal weniger, klarer und klarer wird dafür, daß die Armut unter Schwarz/Blau drastisch ansteigt. Aber wer wird klagen, immerhin sind wir dafür “ europareif ”, “ flexibel ” und “ wirtschaftlich gesund ”. Daß wir dafür auch ein Loch in der Geldbörse haben, nun um solche Kleinigkeiten kann sich die Regierung wirklich nicht kümmern, wenn die große Aufgabe ansteht, “ unser ” (?) Budget zu sanieren. Und daß die wirtschaftlich unsinnige und sozial verbrecherische Idee des Nulldefizits auch möglich wäre, würden nur die Unternehmenssteuern auf das Niveau von Anfang der 90er angehoben, von solchen klassenkämpferischen Phrasen wollen wir doch wirklich nichts hören – oder?
Mensch muß kein Prophet sein, um vorauszusehen, daß bei den Wiener Wahlen vor allem die FPÖ einen Denkzettel für die Belastungen durch die Regierung bekommen wird. Rot/Grün wird es ihnen schon zeigen – oder?
Schließlich zieht sich die “Sparschwein-erei” ja nicht nur durch das schwarz/blaue Lager. Die SPÖ trägt in Wien den Sparkurs voll mit und beteiligt sich eifrig an den Einsparungen. Auch der Grüne Van der Bellen findet ein Nulldefizit laut Eigenaussagen “grundsätzlich richtig”. Daß die Reichen immer reicher werden und von der neuen Regierung massiv finanziell profitieren, während wir den Gürtel immer enger schnallen müssen, darum können sich bei solchen staatstragenden Überlegungen SPÖ und Grüne wirklich nicht kümmern – oder?
Naturgemäß nimmt die aktuelle politische Lage wieder einen wichtigen Teil der aktuellen Ausgabe ein, so etwa auf den Seiten 3, 4, 5, 6 und 7. Daneben haben wir wieder eine ganze Reihe von Themen, so beschäftigen wir uns in der Serie “ Aus dem Betrieb ” mal mit etwas anderem, nämlich der Arbeit auf einem Bauerhof.
Und ganz allgemein gilt: nicht den Mut verlieren. Denn glücklicherweise gab es immer auch Menschen, die die herrschenden Verhältnisse in Frage stellten. Eines der ersten Beispiele für den Versuch einer anderen Gesellschaft, die Pariser Kommune, stellen wir ab Seite 10 vor.
Und die Geschichte ist keineswegs zu Ende, wie uns einige kapitalistische TheoretikerInnen erklären wollen …
Viel Spaß beim Lesen und Ausdauer beim Kämpfen wünscht
die Redaktion