“Wie Clint Eastwood – fragt net, schießt gut”, beschrieb die linke Rockgruppe Drahdiwaberl ihren “Supersheriff”. Und es scheint, daß sich in den letzten Monaten immer mehr österreichische PolizistInnen diesen Spruch zu Herzen nehmen. Der Colt sitzt locker bei Österreichs Polizei, immer öfter werden Verdächtige “versehentlich” erschossen. Im August traf es dann erstmals auch einen Unbeteiligten, einen Motorradfahrer, der zufällig in die Schußlinie geraten war, als PolizistInnen auf einer starkbefahrenen Straße einem Räuber (garantiert mannstoppend, also in Brusthöhe) einige Kugeln hinterherjagten. Kollateral-schäden nennt die NATO ermordete ZivilistInnen zynisch – wir werden uns unter Schwarz/Blau an solche Kollateral-schäden in Zukunft wohl auch in Österreich gewöhnen müssen.
Kollateralschäden ganz anderer Art bringt der verschärfte Sozialabbau ohnehin mit sich. Mehr über die Angriffe – derzeit sind die StudentInnen dran – auf Seite 7. In diesem Zusammenhang ist es auch Zeit, die Bewegung gegen Schwarz/Blau einer Zwischenbilanz zu unterziehen. Das versuchen wir ab Seite 4. Und noch ein Artikel beschäftigt sich mit der aktuellen Situation - die Volksbefragung geht auch an uns nicht vorbei: “hätte es die 'Sanktionen' nicht gegeben, diese Regierung hätte sie erfinden müssen” heißt es auf Seite drei.
Daneben gibt es noch Informationen über die Drogenpolitik der Regierung, wo wieder einmal einige tausend Heroinabhängige zu leicht attackierbaren Sündenböcken werden (wobei die meisten PolitikerInnen selbst allzuoft Opfer der Volksdroge Alkohol sein dürften – zumindest wenn mensch ihre Politik einer objektiven Prüfung unterzieht).
Geschichtlich setzen wir uns mit dem Oktoberstreik 1950 und seinen Auswirkungen auf die heutige Gewerkschaftsbewegung auseinander.
Doch geben wir uns – wie immer – mit den Berichten aus Österreich nicht zufrieden. Außenpolitisches muß her. Also ein Bericht über die Situation in Peru ab Seite 13, eine Rückschau zehn Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ab Seite 14. Und natürlich geben auch wir unseren Senf zur Diskussion um das NPD-Verbot ab, anders als bei den weinerlichen Kommentaren von Kurier, Krone, etc. gibt es bei uns auch einige seriöse Informationen über die NPD und ihre Jugendorganisation JN.
Abschließend wollen wir Euch - wie immer - viel Vergnügen beim Lesen und Kraft beim Kämpfen wünschen und Euch einladen, auch einmal persönlich bei einer unserer Veranstaltungen vorbeizukommen.
Die Redaktion