Seit fast einem halben Jahr arbeite ich für einen der, mittlerweile schon vier, Mobilfunknetzbetreiber. Mein Aufgabenbereich ist im großen und ganzen nicht unbedingt klein gehalten. Neben der Beratung von KundInnen und dem Verkauf von Handies und Zubehör, helfe ich KundInnen bei Problemen, erkläre ihnen das Gerät und versuche alles zu machen um, die KundInnen zufrieden zu stellen.
Jeder, der schon einmal einen A1-Shop, einen Max-Shop oder eine One-World besucht hat, oder auch nur vorbeigegangen ist, wird den Stress und die Hektik gesehen haben, denen wir fast immer ausgesetzt sind. Meist mache ich an die zwei bis drei Sachen gleichzeitig.
Im Moment arbeite ich für einen Mobilfunknetzbetreiber, bin aber nicht bei ihm angestellt, sondern bei einer Personalleasingfirma. Das bedeutet, dass ich eigentlich zwei Vorgesetzte habe, denen ich beiden Rechenschaft schulde. Dem einen muss ich während ich arbeite Folge leisten, und dem anderen muss ich beweisen, dass ich gearbeitet habe.
Meine Arbeit wird in Einsätze gegliedert, die ich mir zu einem Teil selbst aussuchen kann (im Moment zumindest) und die zum anderen Teil einfach an alle Angestellten der Personalleasingfirma verteilt werden. Je nachdem welchen Einsatz ich habe, bin ich an einem anderen Ort mit anderen Vorgesetzten. Eine Arbeitsbedingung, die sich nicht wirklich positiv auf das Arbeitsklima auswirkt.
Totale Kontrolle
Nach jedem Einsatz bin ich dazu verpflichtet einen Bericht an den Mobilfunknetzbetreiber zu faxen, der vom Abteilungsleiter bzw. Geschäftsführer des jeweiligen Einsatzortes unterzeichnet und zum Teil auch verfasst werden muss. Dieser Bericht setzt sich aus allgemeinen Daten (Name, Einsatzort,...), aber auch aus einer Benotung meiner Person zusammen, die vom Abteilungsleiter bzw. Geschäftsführer durchgeführt werden muss. Dabei werden unter anderem meine Kleidung, mein Auftreten und noch vieles mehr nach dem Schulnoten-system beurteilt. Es dient alleine der Aufrechterhaltung der fast totalen Kontrolle des Netzbetreibers über seine Mitarbeiter-Innen.
Auch die Arbeitsverhältnisse vor Ort sind nicht immer die Besten. So arbeite ich momentan täglich an die zehn Stunden (die halbe Stunde Pause schon weggerechnet) in einem Geschäft, wo es bis zu 35° C hat. Mensch hat zwar die Möglichkeit mal kurz in den kleinen Aufenthaltsraum zu entschwinden und etwas zu trinken, doch bringt das nur eine kurzzeitige Linderung. Zudem sind ja nicht nur wir dieser Hitze ausgesetzt, sondern auch die KundInnen, deren Stimmung sich dadurch nicht verbessert.
Betriebsrat
Ein weiteres Problem vor dem ich stehe ist, dass der Betriebsrat in dem Betrieb wo ich meine Arbeit verrichte, nicht für mich zuständig ist. Es müsste also einen Betriebsrat in der Personalleasingfirma geben. Doch wie kann es einen Betriebsrat in einer Personalleasingfirma geben, die ja ihre MitarbeiterInnen zu verschiedenen Betrieben in unterschiedlichen Bereichen schickt?