Rechte Schläger in Kärnten

Gastkommentar der Junge Kritische Stimme (JuKS) Villach

Man möchte es kaum glauben, doch im „beschaulichen“ Kärnten gibt es relativ viele rechte Skinheads, welche nun, durch die lokale politische Situation bestärkt, immer öfter mit Gewalt und Terror gegen alles was „links“ oder einfach „fremd“ ist, vorgehen.

Widerstand ist aufgrund der schwachen Linken und der allgemein uninteressierten Fun-Generation nur schwer möglich. Die Rechten üben Terror durch Drohanrufe, körperliche Gewalt und andere Aktionen auf all jene aus, die ihnen (aufgrund des Aussehens etc.) auffallen oder die sie schon als „Linke“ kennen. Die Nazis finden oft innerhalb kürzester Zeit vollständige Namen, Telefonnummern, Schule bzw. Arbeitsplatz (oder andere Orte an denen sie diese antreffen können) der potentiellen Opfer heraus und attackieren sie dann gezielt. Es gab innerhalb weniger Monate schon viele, die durch diese Gewaltakte im Krankenhaus landeten und andere, die durch diesen Terror nervositätsbedingte Erkrankungen in Kauf nehmen mussten. Neben diesen gezielten Übergriffen geraten immer wieder Jugendliche „zufällig“ in die Hände der Nazis. Einem wurden so im Frühjahr von Naziskins beide Hände gebrochen.

Die Exekutive belächelt diese Geschehen, die Gesellschaft verschliesst ihre Augen und schweigt die brutale Realität in Kärntens Kleinstädten tot. Die Polizei hat nun zwei dieser Typen festgenommen, sie wurden aufgrund Diebstahls, natürlich nicht wegen Wiederbetätigung oder ihrer Gewalttaten festgenommen und sind derzeit in U-Haft. In ihrer Wohnung wurden gestohlene Waffen aller Art gefunden. Sie werden also erst aus dem Verkehr gezogen, wenn sie das „geheiligte“ Eigentum bedrohen, das Schreien von Parolen wie „Heil Hitler“, Hitlergruss und schwere Körperverletzung sieht die Polizei nicht als Grund für ein Einschreiten an. Zuvor blieben schwere Körperverletzungen, Morddrohungen mit Schusswaffen etc. unbeachtet. Leute, die Anzeige erstatten wollten, wurden auf der Polizei mit fadenscheinigen Argumenten abgefertigt.

Die wenigen verbliebenen linken Jugendlichen können sich an bestimmten Orten nicht mehr blicken lassen und müssen immer acht darauf geben, nicht „erwischt“ zu werden. Die Linke steht diesem Problem derzeit machtlos gegenüber, Antifaschismus ist hier nicht besonders populär. Vor allem zum alljährlichen Ulrichsbergtreffen am 10. Oktober der unbelehrbaren Kriegsveteranen können mit Sicherheit wieder viele Neonazis erwartet werden, obwohl die rechtsextremen Traditionsverbände (Kärntner Heimatdienst,..) ihre Ideologie nun zu verstecken trachten.

Für den 26.10. plant eine breite Plattform nun eine großangelegte Aktion, um zu zeigen, daß es auch ein Kärnten jenseits von FPÖ und Rechtsextremismus gibt.