Rosa Luxemburg

Serie: Köpfe der ArbeiterInnenbewegung

Rosa Luxemburg war die Mitbegründerin der deutschen Kommunistischen Partei und eine Kämpferin gegen den Reformismus innerhalb der Sozialdemokratie Deutschlands. Die Ideale, für die sie kämpfte, kosteten sie letztendlich das Leben.

Rosa Luxemburg wurde am 5. März 1871 in einer polnisch-jüdischen Gemeinde namens Zamosc geboren. Als sie zwei Jahre alt war, zog ihre Familie nach Warschau, wo Rosa an einem Hüftleiden erkrankte. Dieses wurde falsch behandelt und sie war gezwungen ein Jahr im Bett zu verbringen; sie sollte ihr ganzes Leben lang hinken.

Während ihrer Zeit im Gymnasium, trat sie mit der „Revolutionär- Sozialistischen Partei Proletariat“ in Kontakt und beschäftigte sich intensiv mit sozialistischer Literatur. Als sie 1887 ihr Abitur mit hervorragenden Noten bestand, wurde ihr die goldene Medaille verweigert, da sie eine „oppositionelle Haltung gegenüber den Behörden“ vertrat.

Bereits zwei Jahre darauf sollte sie wegen ihrer politischen Tätigkeit verhaftet werden, doch ein Priester verhalf ihr zur Flucht. Schlußendlich landete sie in Zürich, wo sie das Studium der Naturwissenschaften und der Mathematik begann. Sie wechselte später zur Fakultät der Staats- und Rechtswissenschaften und promovierte 1897 mit der Arbeit „Die Industrielle Entwicklung Polens“.

Durch die Zugehörigkeit Polens zu Rußland kam es bald in der ArbeiterInnen-bewegung zu immer nationalistischeren Tendenzen, deren Forderung die Unabhängigkeit Polens war. Rosa Luxemburg verweigerte diese ihrer Meinung nach nationalistischen Tendenzen und schuf mit ihrer Dissertation eine Argumentation gegen den Nationalismus in Polen. Sie betonte auch immer, daß „ ein Kampf gegen Rußland gleichzeitig ein Kampf gegen das russische Proletariat“ sei.

Reform oder Revolution

Durch eine Scheinehe erwarb Rosa Luxemburg 1898 die deutsche Staatsbürgerschaft und trat sofort der SPD bei. Mit der Übernahme der Redaktion der „Sächsischen Arbeiterzeitung“ war es ihr möglich die revolutionären Kräfte innerhalb der SDP zu unterstützen. Damit begann ihre ideologische Fehde mit Eduard Bernstein. Ein Reformist, der damals einer der führenden Sozialdemokraten war .

Rosa Luxemburg kritisierte in ihrer ersten großen Schrift „Reform oder Revolution“ Reformen als „Anpassungsmittel“ , die die ArbeiterInnenklasse unweigerlich in Unselbständigkeit stürzen würden. Außerdem erkannte sie sie nicht als endgültiges Mittel an, da die Arbeiter durch sie von Kapital abhängig bleiben würden. Allerdings sah sie Reformen als „Mittel zum Zweck“ um eine sozialistische Gesellschaftsordnung zu erreichen.

Innerhalb der SPD war Rosa Luxemburg eine vehemente und stetige Kritikerin der Bürokratie und des Starrsinns der Partei. Sie versuchte dagegen anzukämpfen, da der reformistische Charakter immer mehr in den Vordergrund trat und etablierte mit Clara Zetkin, Karl Liebknecht und Franz Mehring den linken Flügel der Partei.

1906 veröffentlichte sie ihr Werk „Massenstreik, Partei und Gewerkschaft“. Darin beschreibt sie, am Beispiel der 1.Russischen Revolution, wie durch spontane Massenstreiks eine Klassenbewegung zustande kommen kann.

Kampf dem Militarismus

Da Rosa der Meinung war, daß Kriege nur dem Kapitalismus und der Bourgeoisie nützen würden und sie die ArbeiterInnenklasse spalten würden, unterstützte sie auf dem Kongreß der 2. Internationalen 1907 eine Resolution gegen den Krieg. Die Aufgabe der Sozialdemo-kratInnen im Falle eines Krieges wäre, die wirtschaftliche und politische Krise zu nützen, um den Kapitalismus zu besiegen.

Als sie am 18. Feb. 1915 verhaftet wurde und ein Jahr im Gefängnis verbringen mußte, verfaßte sie „Die Krise in der Sozialdemokratie“ (Junius Broschüre) und die Leitsätze für den, am 1. Januar aus dem linken Flügel der SPD entstandenen, „Spartakusbund“, der Vorläuferorganisation der KPD.. Sie wurde zwar im Feb. 1916 freigelassen, aber am 1. Mai 1916 gemeinsam mit Karl Liebknecht wieder verhaftet.

Im Gefängnis erfuhr sie auch vom Erfolg der Oktoberrevolution in Rußland. Viele SozialdemokratInnen deuten ihre Kritik an manchen Fehlern der Bolschewiki bis heute als Kritik an der Revolution insgesamt, und versuchen, Luxemburg für die Sozialdemokratie zu vereinnahmen (und "vergessen" dabei die Verantwortung der SPD an ihre Ermordung). Tatsächlich schrieb Luxemburg, daß die Bolschewiki die Ehrenrettung der internationalen ArbeiterInnen-bewegung gewesen wären, und Lenin und Trotzki - im Gegensatz zur Sozialdemokratie in Deutschland - im richtigen Moment die nötige Courage bewiesen hätten.

Im Zuge der Novemberrevolution 1918 wurden sie und Liebknecht befreit. Die reaktionäre Rolle der Sozialdemokratie, unter der Führung Eberts, führte allerdings zum Niedergang der revolutionären ArbeiterInnenklasse. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden am 15. Feb. 1919 von Freikorpsoldaten verhaftet und ins Hotel Eden gebracht, wo sie beschimpft, geschlagen und danach erschossen wurden. Ihre Leichen versenkte man im Berliner Landkanal. Die Verantwortung für diesen Tod tragen die Führer der SPD, Ebert und Noske, die den Befehl zur Ermordung von Liebknecht und Luxemburg gaben.