Marxismus Nr. 27
Dezember 2005, 174 Seiten A5,
9 Euro (plus Porto), im Handverkauf 8 Euro
ISBN 3-901831-23-1
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In der neuen Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahren gab es grob gesagt drei Strömungen: die sozialistischen FeministInnen, die versuchten, feministische und sozialistische Ansätze zu verbinden, die liberalen FeministInnen, die vor allem für eine rechtliche Gleichstellung im System kämpften und die RadikalfeministInnen, die mit öffentlich wirksamen Aktionen gegen Alltagssexismus und Patriarchat antraten.
Ab den 1980er Jahren erlebte die neue Frauenbewegung einen Niedergang. Sie verlor zunehmend ihren Bewegungscharakter und wurde in großem Ausmaß in die Institutionen des kapitalistischen Systems integriert.
In der vorliegenden Arbeit untersucht die Autorin Maria Pachinger die Konzeptionen der sozialistischen und marxistischen FeministInnen in der neuen Frauenbewegung, die einen systemüberwindenden Anspruch hatten. Die ausgewählten Protagonistinnen sind in den meisten Fällen repräsentativ für bestimmte Strömungen oder Konzepte.
Christine Delphy und Heidi Hartmann sehen das Patriarchat als eigenes ökonomisches Ausbeutungssystem neben dem Kapitalismus. Maria Rosa Dalla Costa betrachtet Hausarbeit als mehrwertschaffend und als essentiellen Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise. Frigga Haug betrachtet die bestehenden Geschlechterverhältnisse als konstitutiv für den Kapitalismus und spielte eine wichtige Rolle für die Opfer-Täter-Debatte. Die „Standpunktfeministin“ Nancy Hartsock versucht einen feministischen Historischen Materialismus zu begründen, mit dem sie den Frauen einen spezifischen Erkenntnisstandpunkt zuschreibt.
Michele Barrett sieht die Frauenunterdrückung nicht als konstitutiv für den Kapitalismus an und legt den Fokus auf die ideologische Funktion der Geschlechterverhältnisse. Johanna Brenner liefert vor allem eine historische Untersuchung der Geschlechterverhältnisse und sieht die ArbeiterInnen als Subjekt im Kampf gegen Frauenunterdrückung und Kapitalismus. Martha E. Gimenez betrachtet die Frauenunterdrückung auf der analytischen Ebene als nicht konstitutiv für den Kapitalismus und versucht ihr Verständnis einer marxistischen Methode auf die Geschlechterverhältnisse anzuwenden.
Pachinger überprüft die genannten Konzeptionen auf ihren Anspruch der Überwindung von Frauenunterdrückung und Kapitalismus. Sie entwickelt aus der kritischen Auseinandersetzung mit diesen Positionen Grundlinien eines eigenen Ansatzes. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auch auf die entsprechenden politischen Konsequenzen.
Die vorliegende Arbeit von Pachinger ist der erste größere publizistische Ausdruck einer intensiven Beschäftigung der Arbeitsgruppe Marxismus mit dem Themenbereich Frauenunterdrückung – Geschlechterverhältnisse. Zwei weitere Bücher sind in Arbeit: zu ArbeiterInnenbewegung und Frauenbefreiung beziehungsweise zum Mainstream der neuen Frauenbewegung.
Bücher:
> Manfred Scharinger: Kommunismus und Frauenbefreiung, Marxismus Nr.28, Wien, März 2006, 520 Seiten A5, 18 Euro
> Manfred Scharinger: Geschlechterverhältnisse bei Marx und Engels. Eine kritische Auseinandersetzung, Marxismus Nr.29, Wien, August 2007, 536 Seiten A5, 17 Euro
Broschüren:
> Elfriede Friedländer (=Ruth Fischer): Sexualethik des Kommunismus (1919/20), 64 Seiten A5, 2,50 Euro
> Freie Liebe und bürgerliche Ehe. Schwurgerichtsverhandlung gegen Adelheid Popp und die Arbeiterinnenzeitung (1895), Dokumentation der Verteidigungsrede, mit einer Einleitung von Manfred Scharinger, 24 Seiten A5, 1 Euro
> 1892: die erste "Arbeiterinnen-Zeitung". 100 Jahre proletarische Frauenpresse in Österreich, 32 Seiten A5, 1 Euro
> Frauenbefreiung und Kommunistische Internationale, Materialien und Dokumente 1919-1928, mit einem Vorwort von Manfred Scharinger, Jänner 2005, 28 Seiten A4, 2 Euro
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