Frauenkampftag 8. März 2008 in Wien und Zürich

Am und um den diesjährigen internationalen Frauenkampftag, dem 8. März, wird sich die RSO an einer Reihe von Aktionen beteiligen. Auf Initiative der RSO und der ATIGF wird es auf der traditionellen Frauendemo in Wien diesmal einen "Roten Block" geben. Im Anschluss an die Frauendemo organisiert die ATIGF mit Unterstützung der RSO ein Fest. In Zürich werden sich Genossinnen der RSO an der Demo beteiligen. Außerdem organisieren wir in Wien eine Veranstaltung zum Thema "Institutionalisierung der Neuen Frauenbewegung". Im Folgenden die einzelnen Aktionen:

1. Roter Block auf 8.März-Demo in Wien

2. 8.März-Fest von ATIGF und RSO in Wien

3. 8.März-Demo in Zürich

4. Veranstaltung der RSO Wien zur Institutionalisierung der Neuen Frauenbewegung am 11.März

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1. Roter Block auf der 8.März-Demo in Wien

Auf Initiative der RSO und der ATIGF (Avusturya Türkiyeli Isçi ve Gençlik Federasyonu) wird es auf der traditionellen Frauendemo in Wien diesmal einen Roten Block geben. Auf der Grundlage der Sichtweise, dass Frauenbefreiung mit Klassenkampf verbunden und der Kampf gegen Sexismus von Frauen und Männern gemeinsam geführt werden muss, haben wir andere Organisationen zu einem gemeinsamen Auftreten eingeladen.

Folgende Organisationen unterstützen nun den Roten Block:

Avusturya Demokratik Kadin Hareketi (ADKH)
Avusturya Türkiyeli Isçi ve Gençlik Federasyonu (ATIGF)
Kommunistische Initiative (KI)
Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ)
Kommunistischer StudentInnenverband (KSV)
Plattform für kämpferische und demokratische Gewerkschaften
Revolutionär Sozialistische Organisation (RSO)
SJ-Stamokap
Sozialistische Linkspartei (SLP)


Auf folgende politische Plattform haben wir uns als Grundlage für den Roten Block geeinigt:

Gegen Sexismus und Kapitalismus!
Für Frauenbefreiung und Klassenkampf!


Die kapitalistische Ausbeutung der Arbeitskraft ist für uns Frauen eine doppelte. Patriarchale Verhältnisse sind ein zentrales Instrument der kapitalistischen Herrschaft, um Frauen als billige Arbeitskräfte und zur unbezahlten Erledigung von Reproduktionsarbeiten (Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege...) zur Verfügung zu haben. Besondere Ausbeutung erfahren dabei Migrantinnen, indem sie als „Zuwanderinnen" nicht nur sexistisch, sondern auch rassistisch unterdrückt und ausgegrenzt werden. Wie der Nationalismus spielt auch der Sexismus eine wichtige Rolle für das Kapital, wenn es darum geht, die ArbeiterInnenklasse zu spalten.

Genausowenig wie der Kapitalismus von Frauenunterdrückung, so ist auch der Kampf für Frauenbefreiung vom Kampf der ArbeiterInnenklasse gegen Unterdrückung und Ausbeutung, für eine Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft nicht zu trennen. Der Kampf für Gleichberechtigung und Frauenbefreiung stellt gleichzeitig auch innerhalb des kapitalistischen Systems für die ArbeiterInnenbewegung eine wesentliche Aufgabe dar; die Gewerkschaften werden ihre – wichtige – Rolle darin nur einnehmen, wenn wir den Druck auf sie erhöhen.

Wir lassen uns nicht spalten, nicht in In- und Ausländer, nicht in Frauen und Männer - der Kampf gegen Frauenunterdrückung und Kapitalismus muss von uns allen gemeinsam geführt werden. Unser Ziel ist deshalb in Zukunft eine 8. März-Demo, an der alle Menschen teilnehmen können.

Wir fordern:
Arbeitszeitverkürzung und Mindestlohn!
Klassenkampf für Frauenbefreiung!

GewerkschafterInnen, SozialistInnen und KommunistInnen gemeinsam für Frauenbefreiung!



Im Zuge der Formierung des Roten Blocks wurde von Organisationen vorgeschlagen, auf der traditionellen Frauendemo einen aus Frauen und Männern gemischten Block durchzusetzen oder eine eigene Demo zu organisieren. Das ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll bzw. dieses Jahr nicht machbar.

Der von den Organisatorinnen der traditionellen Frauendemo vorgegebene Rahmen ist, dass es sich um eine reine Frauendemo handelt. Das finden wir nicht richtig, aber als Teilnehmerinnen an deren Demonstration halten wir uns an diese Vorgabe, denn wir denken, dass die Veranstalterinnen auch das Recht haben, den Charakter vorzugeben. Zu versuchen, einen gemischten Block konfrontativ gegen den Willen der Organisatorinnen durchzusetzen, halten wir für nicht sinnvoll.

Wenn wir mit dem Charakter der traditionellen Frauendemo, wie sie in Wien stattfindet, nicht einverstanden sind, müssen wir grundsätzlich eine eigene Demonstration aufziehen. Das halten wir auch für eine richtige Perspektive, die aber von konkreten Umständen abhängig ist. Dieses Jahr gab es dafür von keiner Organisation eine zeitgerechte Initiative; vom Zeitpunkt des Treffens für den Roten Block wären gerade mal zwei Wochen für eine Mobilisierung geblieben. Das war unseres Erachtens zu wenig Zeit, denn schließlich wollen wir, dass eine klassenkämpferische 8.März-Demo, die allen Geschlechtern offen steht, ordentlich vorbereitet und ein Erfolg wird.

Wir denken, dass die Initiative von ATIGF und RSO für den Roten Block ein Schritt in die richtige Richtung ist. Beteiligt auch an der Frauendemo im Roten Block!

Samstag, 8. März 2008, 14 Uhr, Europaplatz (Westbahnhof)

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2. 8.März-Fest von ATIGF und RSO in Wien

Im Anschluss an die Frauendemo organisiert die ATIGF mit Unterstützung der RSO ein Fest im Saal des ATIGF-Lokals in der Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (Nähe U1 Keplerplatz).

Es wird dort einige politische Beiträge, vor allem aber kulturelles Programm geben: Die Volkstanzgruppe NERGIZ wird auftreten, Genossinnen der RSO spielen ArbeiterInnenlieder und es gibt die Bands CAR NEWA und GRUP SAFRAN.

Für (türkisch-kurdisches und österreichisches) Essen und Trinken ist gesorgt. Das Fest beginnt um 18 Uhr (open end).

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3. 8.März-Demo in Zürich

Die diesjährige Frauendemo in Zürich startet am Samstag, 8. März, um 13.30 Uhr am Hechtplatz. Genossinnen der RSO Zürich werden mit dabei sein, ausgerüstet mit Flugschriften und anderen Publikationen der RSO.

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4. Veranstaltung der RSO Wien zur Institutionalisierung der Neuen Frauenbewegung

Nach dem Aufstieg in den späten 60er und dann den 70er Jahren erlebte die Neue Frauenbewegung seit den 80er Jahren einen zunehmenden Prozess der Institutionalisierung. Die RSO Wien macht dazu eine Veranstaltung:

Die Neue Frauenbewegung und ihre Institutionalisierung

Referate von Maria Pachinger und Kaneshka Shokran und anschließende Diskussion

Dienstag, 11. März 2008, 19 Uhr, Amerlinghaus (Galerie), Stiftgasse 8, 1070 Wien (Nähe U3/U2 Volkstheater)