Die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz naht mit Riesenschritten. Mit ebenso großen Schritten nahen der damit verbundene Kommerz, der Angriff auf die Sonntagsöffnung und die Repression gegen Fußballfans. In abgezäunten Fanzonen werden die Gäste abgefüllt, wer nicht ins Bild passt, wird die geballte Staatsmacht kennenlernen. Gleichzeitig wird die EM zur Aushebelung der Öffnungszeiten benützt, in Wien wollte der Handel gar die Öffnung von Möbelhäusern und Baumärkten durchsetzen ... Waren, die Fußballfans bekanntlich besonders benötigen. Auch die RSO wird sich mit der EM auseinander setzen - allerdings werden wir bei einer Veranstaltung in Wien mit Beteiligung von österreichischen und schweizerischen Fans die kritischen Elemente dieses Massenereignisses in den Vordergrund rücken.
In Österreich hat der "Gusi-Hunderter" für Debatten gesorgt. Hundert Euro sollen ausbezahlt werden, um die Teuerung auszugleichen. Besser als nichts, doch wenn alles wieder durch die Inflation aufgefressen wird, ein Nullsummen-Spiel. Tatsächlich müssten deutliche Lohnerhöhungen her, eine gleitende Lohnskala, die sich automatisch an die Inflation anpasst sowie ein Preisstopp bei Gütern des täglichen Bedarfs, bei Energie- und Wohnkosten.
In der Schweiz könnte der Konflikt der BauarbeiterInnen in eine neue Runde gehen. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Isopublic finden 66% einen Streik richtig, sogar 75,8% haben Angst vor Lohndumping. Hier ist die Gewerkschaft Unia gefordert, sich nicht auf faule Kompromisse einzulassen sondern die berechtigten Anliegen der KollegInnen umzusetzen.
Für die RSO stehen in nächster Zeit eine Reihe von Aktivitäten an. Am Frauentag, dem 8. März, haben wir in Wien gemeinsam mit anderen Organisationen einen "Roten Block" initiiert. Auch die Vorbereitungen auf die EM-Veranstaltung sind im Laufen. In Zürich sind eine Reihe von Veranstaltungen, unter anderem die Vorstellung unserer neuen Broschüre zu China, geplant. Daneben steht für uns die nächste Zeit im Zeichen der Konferenz der RSO, wo wir das erste Jahr der gemeinsamen Arbeit bilanzieren und die nächsten Schritte im Organisationsaufbau planen werden.
Aus "die rote" Nr. 3, Februar 2008
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