Trotz guter konjunktureller Lage, FacharbeiterInnenmangel und Umsatzsteigerungen bleibt die Lohnerhöhung der MetallerInnen deutlich unter der Erwartung vieler Beschäftigter. Nach 17-stündiger Verhandlung angebliche 4% Lohnerhöhung. Industrielle und vor allem ÖGB-BürokratInnen wirkten sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Wie schon bei den Lohnverhandlungen 2006 gab es auch diesmal wieder eine Tendenz einerseits zur Verlagerung in Richtung innerbetrieblicher Verhandlungen und andererseits zu gewinn- und leistungsorientierten Lohnerhöhungen. Denn tatsächlich steigen die Ist-Löhne um 3,2%, wobei den Unternehmen eine Verteilungsoption von 0,3% offen steht. Das heißt, dass versucht wird, MitarbeiterInnen in Zukunft mehr nach "Leistung" zu bezahlen. Momentan geht das nur nach Rücksprache mit dem/der jeweiligen ArbeitnehmerIn, wobei natürlich Druck ausgeübt werden kann.

Die KV-Erhöhung beträgt 3,6% mit zusätzlicher Einmalzahlung. Diese wiederum hängt vom Gewinn des Unternehmens ab. So bekommen Beschäftigte, deren Betrieb keine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, unabhängig von ihrer Leistung, keine Einmalzahlung, bei einer Steigerung zwischen 0% und 6% sind es 150€ und bei mehr als 6% liegt sie bei 200€. Da kein/e MitarbeiterIn für die schlechtere Produktivität bzw. Marktsituation seines/ihres Unternehmens etwas kann, ist diese Lösung denkbar unfair. Darüber hinaus schaffen es viele Betriebe mit Steuertricks, dass offiziell kein Gewinn ausgewiesen wird.

Die von den Medien teilweise propagierten 4% sind da natürlich ein Märchen, denn durch die Einmalzahlungen, die hier zu den 3,6% addiert werden, reduziert sich eine längerfristige Lohnerhöhung: Bereits im nächsten Jahr wird dann nicht von den 4%, sondern von den 3,6% ausgegangen. Bei einer Inflationsrate von 1,9% und einem Wirtschaftswachstums von 3,4% in diesem Jahr wäre eine Lohnerhöhung von 5,3% die logische Konsequenz. Dass diese Rechnung den "Sozialpartnern" aber herzlich egal ist, zeigt sich daran, dass die Lohnquote, Anteil des Lohns am Bruttoinlandsprodukt, seit Mitte der 1970er Jahre von ca. 80% auf 64,5% im Jahr 2007 fiel. Gleichzeitig machen die Bosse immer mehr Gewinne. Allein in diesem Jahr stiegen die Gewinne der Metallindustrie um gut 10%. Auf die ÖGB-Führung können wir uns offensichtlich nicht verlassen. Die Antwort darauf kann nur sein, dass wir uns selbst organisieren und aktiv werden.

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Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.