Anderes

Die für die Fußball-EM staatlich und medial verordnete nationalistische Begeisterung beginnt in Österreich zunehmend zu greifen. Boulevard-Zeitungen und Supermarktketten durchseuchen die Bevölkerung mit Unmengen von Fanartikel-Müll. Immer mehr verhetzte Deppen fahren mit rot-weiß-roten Fähnchen auf ihren Autos durch die Gegend; in den Städten angeblich jede/r 30., in ländlichen Regionen gar jede/r Achte.
Die Kampagne der RSO-Wien gegen die Männer-Fußball-EM 2008 und ihre reaktionären Begleiterscheinungen ist sehr erfolgreich gelaufen. Neben einer guten Veranstaltung am 24. April in Wien erhielten wir auch zahllose positive und zustimmende Rückmeldungen und verschiedene österreichische und internationale Medien fragten nach Interviews und Stellungnahmen. Wir veröffentlichen hier eine Zusammenfassung unserer Position zur "Euro 2008"...
Nach den Thesen zur aktuellen politischen Lage in Deutschland veröffentlichen wir hier nun das zweite, auf der jüngsten Konferenz der RSO beschlosse Thesenpapier, welches eine Einschätzung der politischen Situation Österreichs im Jahr 2008 liefert.

Wer auf die monokulturelle Afterwork-Ödnis der Wiener Bar- und Lokallandschaft genauso wenig Lust hat wie auf Immobilien-Aufwertungsprojekte wie die "Gürtelbögen" und verkitschte Hochdruck-Spasszonen a là Copa Cagrana meidet, dem/der bleiben wenige alternative Feiermöglichkeiten in Wien. Während die ehemals linke Tanzbar Flex über zehn Jahre für ihre Degeneration brauchte, bemüht sich der jüngere Alternativschuppen Fluc das Vorbild eifrig zu überholen.

Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.