Abhängen, FreundInnen treffen, spielen, die Sonne genießen – all das soll nicht möglich sein, wenn es nach der Verwaltung der Bundesgärten in Wien geht. Dagegen hat sich nun auf Facebook eine Gruppe gegründet, die bereits über 7500 Mitglieder hat. Michael Mlady , Aktivist der RSO und einer der Moderatoren der Gruppe, erklärt, dass es den AktivistInnen nicht nur um die Wiesen geht.

Freiheit für die Wiener Wiesen!

Treffpunkt für den Wiesen-Spaziergang: Samstag, 17.04.2010, 16h, Heldenplatz/Großes Tor 

 

Freiheit für die Wiener Wiesen!

Die Stadt gehört Dir, lass sie Dir nicht nehmen!

Worum geht es? Die Bundesgärten verwalten in Wien unter anderem den Heldenplatz, den Burggarten und den Volksgarten. Auf diesen Wiesen herrscht zum großen Teil ein Betretungsverbot, das von privaten Securities exekutiert wird. Zahllose Menschen wurden in den letzten Wochen von den Wiesen vertrieben. Die Bundesgärten sprechen zwar von „Missverständnissen“ und davon, dass es eigentlich nur darum ginge, aufzupassen, „den Vandalismus im Zaum zu halten“. Doch das stimmt nicht. Fakt ist, dass permanent Menschen von den Wiesen vertrieben werden.

Für wen ist die Stadt da?

Die Frage des Betretungsverbots hängt mit einer viel größeren Frage zusammen: für wen ist die Stadt da?

Es gibt immer weniger Freiräume in dieser Stadt. Alles wird durchkommerzialisiert und einer kapitalistischen Verwertungslogik unterworfen. Wer die Sonne genießen will, soll sich in einen Gastgarten setzen und bezahlen! Wer im Museumsquartier Durst hat, soll in den Lokalen konsumieren müssen! Wer kein Geld und keine soziale Absicherung hat und deshalb betteln muss, soll aus dem Stadtbild verschwinden! Da spielen wir nicht mit!

Immer mehr Menschen werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt. U-Bahnstationen werden so umgebaut, dass sich niemand mehr dort aufhalten und wärmen kann (sogar die Bänke in den Stationen werden drastisch reduziert und so gebaut, dass ein Hinlegen nicht mehr möglich ist). Freiräume wie das Museumsquartier werden auf einmal als privat erklärt und mit Konsumdruck neu positioniert – und politische Organisationen sollen sogar hunderte Euro zahlen, wenn sie im MuQua Flyer verteilen wollen. (Junge) Menschen mit wenig Geld werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt.

Dazu kommt, dass in extrem dicht verbauten Gebieten, wie aktuell im inneren 16. Bezirk, die ohnehin spärlich gestreuten Grünflächen immer wieder für den Bau von Parkgaragen geopfert werden – wo die Stadt doch ohnehin schon großteils auf den Autoverkehr ausgerichtet ist. Und jede Baulücke wird – anstatt sie etwa in einen öffentlichen Park zu verwandeln – sofort wieder für ein lukratives Immobilienprojekt fit gemacht.

BettlerInnen, MigrantInnen und alle, die nicht in das Bild der „sauberen Stadt“ passen, können in Wien seit der jüngsten Gesetzesnovelle der SPÖ sogar einfach aus dem Stadtbild vertrieben werden. Die SPÖ rechtfertigt das mit dem Leid der Menschen – doch niemand kann ernsthaft behaupten, dass es den BettlerInnen nun besser gehen wird, wenn sie nicht einmal mehr betteln dürfen.

Geld für soziale Absicherung statt für mehr Überwachung!

Gleichzeitig gibt es drastische Einsparungen bei sozialen Initiativen, werden Einrichtungen zugedreht. Aktuell soll es etwa dem Wiener Amerlinghaus an den Kragen gehen. Soziale Probleme werden sicherheitspolitisch gelöst: Securities auf den Wiesen, AufpasserInnen in den Öffis, Sheriffs in den Gemeindebauten, Kameras überall, permanente Forderungen nach mehr Polizei.

Rechtzeitig für den Wiener Wahlkampf wird also eine Sicherheitsdebatte losgetreten, die nur den Rechten und der FPÖ in die Hände spielt. In Linz hat die dortige Stadt-SP jüngst sogar die Einrichtung einer Stadtwache durchgeführt, die sie der Kontrolle des bekannten FPÖ-Rechtsaußen Detlef Wimmer übergeben hat. Diesem Detlef Wimmer wurde wegen seiner Nazi-Kontakte sogar eine Karriere beim Bundesheer verweigert.

Wir aber wollen eine andere Stadt: wir wollen öffentliche Räume ohne Konsumzwänge, wir wollen eine Stadt, in der sich die Vielfalt ihrer BewohnerInnen auch abbildet. Damit sagen wir auch der kapitalistischen Verwertungslogik den Kampf an.

Gegen Konsumzwang und Kapitalismus – für nicht-kommerzielle Freiräume für alle!

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Treffpunkt für den Wiesen-Spaziergang:

Samstag, 17.04.2010, 16h Heldenplatz/Burgtor 

Hol Dir die Wiese zurück!

- Wiesen für alle - Gegen das Betretungsverbot!
- Für FREI-Räume ohne Konsumzwang - Gegen die Kommerzialisierung der Stadt!
- Für ein solidarisches Miteinander - Gegen Bettelverbot und Ausgrenzung!

- Ob schwarz, ob weiß, auf der Wiese sind wir alle gleich!

Bringt Musikinstrumente, Transparente, Essen, Trinken, Spielzeug … mit!
(Nütz die Wiese, pass auf sie auf!)

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Facebook-Gruppe Freiheit für die Wiener Wiesen!

Event diesen Samstag: Hol Dir die Wiese zurück!