Am 31. Oktober fand in Wien eine antisexistische Veranstaltung der RSO statt. Knapp 60 Personen waren in den Veranstaltungssaal in Wien-Favoriten gekommen, davon eine deutliche Mehrheit Frauen. Neben Organisierten der RSO und bekannten Gesichtern aus unserem Umfeld waren auch zahlreiche interessierte Personen über die Fight-Sexism-Poster gekommen, die in Wien plakatiert waren.

Teresa Latcheva moderierte die Veranstaltung. Sie erläuterte einleitend, dass das Sexismus-Thema in der öffentlichen Diskussion wenig präsent ist, dass es bei vielen Männern Ablehnung oder Gleichgültigkeit und bei vielen Frauen Resignation gibt. Aber auch, wenn das Thema weniger „zieht“ als andere, führte sie weiter aus, finden wir es umso mehr politisch wichtig, einen antisexistischen Kontrapunkt zu setzen.

Die erste Referentin, Anke Hoorn von der RSO, sprach über die Erfahrungen als RSO-Aktivistin in unserer aktuellen antisexistischen Kampagne, über die Lebenssituation von Frauen und ihre klassenspezifischen Unterschiede, den Zusammenhang von Sexismus und Kapitalismus und die Verbindung des Kampfes für Reformen mit dem gegen das herrschende System.

Eva van Rahden berichtete von der Arbeit von SOPHIE – Bildungsraum für Prostituierte. Sie sprach über die Lebenssituation von Sexarbeiterinnen, über die Erfahrungen von „Hurenbewegungen“ in verschiedenen europäischen Ländern und die Vernetzung von Organisationen von Sexarbeiterinnen.

Aphroditi Brasa, Gewerkschaftsaktivistin und Mitglied der trotzkistischen Organisation OKDE (Ergatiki Pali) aus Athen, berichtete von ihren Erfahrungen bei der Verbindung von Frauenkampf und Klassenkampf in Streiks und Basisgewerkschaften in Griechenland. Insbesondere erzählte sie von den Kämpfen von Grundschullehrerinnen und von Krankenschwestern, in die ihre Organisation unmittelbar involviert ist.

In der Diskussion ging es dann um verschiedenste Aspekte von Frauenunterdrückung und antisexistischem Kampf: um die Arbeitsbedingungen in „typischen Frauenberufen“ wie dem Verkauf, um die mehrfache Unterdrückung von Migrantinnen und die Interessen der KapitalistInnen und die Rolle das bürgerlichen Staates dabei, um die Haltung zu Sexarbeit, um das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen, um die Positionierung zu Hausarbeit, um die Verwobenheit von patriarchalen Strukturen und Kapitalismus.

Die Veranstaltung ging dann in eine Party mit Auflegerei über. Es wurden noch zahlreiche weitere Diskussionen über das Veranstaltungsthema und andere politische Fragen geführt.

 

 

Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.