Wie immer in einer kapitalistischen Krise sind die Schuldigen schnell gefunden worden: leichtsinnige und überhebliche Banker haben Milliarden verzockt, weil sie in ihrer unersättlichen Gier nach Boni nicht mehr zwischen Börse und Casino unterscheiden konnten. Dagegen zieht man nun  empört mit der Forderung nach mehr Regulation und einer Anpassung des Entlöhnungssystems ins Feld - und wundert sich nicht einmal darüber, dass viele bürgerliche PolitikerInnen, Wirtschaftsschwergewichte und BankerInnen gleich mitziehen (mindestens bis sich die Wogen etwas geglättet haben)...

Dass es in den Institutionen des Finanzkapitals eine selbsternannte Elite gibt, deren Verhaltensweise mit dieser Beschreibung richtig wiedergegebenwird, bestreiten wir nicht, im Gegenteil. Dass ohne dieses individuelle Fehlverhalten und mit einem Anziehen an der Schraube der Regulation einkrisenfreier Kapitalismus möglich wäre, wie man damit zu suggerieren versucht, bestreiten wir hingegen sehr wohl. Um das mit Argumenten zu untermauern,braucht man nicht erst marxistische Krisentheorien auszupacken - ein Blick in die jüngere Geschichte reicht völlig aus. Seit dem als endgültigerTriumpph des Kapitalismus verkauften Zusammenbruch der Planwirtschaften in der Sowjetunion, in Osteuropa und der seit 1992 beschleunigtenkapitalistischen Restauration Chinas (die mittlerweile in den allermeisten Bereichen als abgeschlossen betrachtet werden darf) hat die Weltneben der jetzigen nicht weniger als vier Finanzkrisen erlebt: in Mexiko (1994), Asien (1997), Russland und Brasilien (1998) und den USA mit demPlatzen der dot-com-Blase 2000 / 2001. Dazu kommt der Kollaps der argentinischen Wirtschaft 2001 / 2002, bei dem der Internationale Währungsfondseine mehr als unrühmliche Rolle gespielt hat. Derselbe Internationale Währungsfonds, der sich nun als globale Regulationsinstanz anbietet...

Es ist an der Zeit, daraus die Schlussfolgerungen zu ziehen: ein Kapitalismus ohne Krisen ist eine Illusion. Warum das so ist und welche Alternativen wir haben, wollen wir uns in Referat und Diskussion genauer anschauen.


DIE VERANSTALTUNG FINDET AM DONNERSTAG, 4. DEZEMBER UM 19.00 UHR STATT.
TREFFPUNKT IST DER EINGANG ZUR UNIVERSITÄT ZÜRICH ZENTRUM (RÄMISTRASSE 71)

Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.