Immer mehr Menschen im Rentenalter müssen arbeiten, um über die Runden zu kommen. Das geht aus einer Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor. Eine Dreiviertel Millionen Menschen im "Ruhestand" haben heute einen Minijob.

Die Renten und Löhne sinken

Während die Gewinne von Unternehmen und Banken weiterhin riesig sind, sinken die Löhne und Renten in Deutschland kontinuirlich. Seit Anfang der 90er Jahre sind die Netto-Reallöhne kaum gestiegen und seit 2004 sind diese sogar gesunken. Kein Wunder also, dass auch die Renten kleiner werden.

Wer 35 Jahre gesetzlich Rentenversichert war und im Jahr 2000 in Rente gegangen ist, erhielt damals durchschnittlich 1021 Euro. 2011 sank die durchschnittliche Rente auf 953 Euro. Noch stärker ist der Rückgang bei Renten wegen voller Erwerbsminderung. Statt 738 Euro im Jahr 2000 erhälten RenterInnen heute nur noch durchschnittlich 634 Euro monatlich. Immer mehr RenterInnen müssen daher arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Zeitungen austragen und Regale einräumen...

Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), meint, dass eine finanzielle Notlage nicht der Hauptgrund der meisten Menschen für das weitere Arbeiten im Alter ist.

Die Zahlen sagen anderes: 750.000 Menschen arbeiten in einem Minijob, 120.000 davon sind 75 Jahre und älter. Dass die Zahlen seit 2000 um 60 Prozent gestiegen sind hängt offensichtlich mit den sinkenden Renten zusammen.

Es arbeiten also immer mehr Menschen im Ruhestandsalter, um ihre kleine Rente auszubessern. Oftmals werden dabei anstrengende und schlecht bezahlte Arbeiten wie Zeitungen austragen und Regale auffüllen getätigt.

Mit guten Wünschen der Regierung

Die Regierungen, egal ob CDU oder SPD geführt, sehen dieser Entwicklung nicht nur untätig zu, sondern verschärfen die Sitution immer weiter. Durch "Flexibilisierungen", Minijobs, 1-Euro-JobberInnen usw. werden seit Jahren die Löhne gedrückt und unsere Rechte als ArbeiterInnen angegriffen. Immer maßloser verteilen die herrschenden PolitikerInnen den Reichtum zugunsten der Reichen und Unternehmen.

Von dieser Politik sind auch die Renten nicht ausgenommen. Nach Nullrunden und geringen Erhöhungen in den letzten Jahren sind viele Menschen trotz eines langen Arbeitslebens mit geringen Renten konfrontiert. Die Altersarmut nimmt zu und wird laut Prognosen auch in Zukunft weiterhin steigen.

Menschen sollen arbeiten dürfen, wenn sie das wollen. Egal ob im Rentenalter oder nicht. Das darf aber nicht druch Druck und zu geringe Renten erzwungen werden. Nach einem jahrzehntelangem Arbeitsleben mit oftmals langweiligen und stressigen Tätigkeiten haben sich unsere älteren KollegInnen ihre Rente verdient! Wir sollten deshalb der Entwicklung der letzten Jahre nicht tatenlos zusehen, sondern für Lohnerhöhungen und Rentensteigerungen eintreten. Das Geld ist da - wir müssen es nur gemeinsam bei den Reichen eintreiben gehen!