Am Sonntag, den 16. September, fand auf der Donauinsel in Wien-Floridsdorf auf Einladung der Revolutionär Sozialistischen Organisation (RSO) das 3. Franz-Drexler-Sportturnier statt.

Bei schönem Spätsommerwetter waren über 60 Genoss/inn/en gekommen. Neben der RSO nahmen auch die Sozialistische LinksPartei (SLP), die Sozialistische Alternative (SOAL) und die "Perspektiven" teil. Die Wettbewerbe wurden in einer ausgesprochen solidarischen und geselligen Stimmung abgehalten.

Die RSO versucht, das Sportturnier als Veranstaltung der revolutionären Linken zu etablieren, als eine Veranstaltung, die die Traditionen der Arbeiter/innen/sportbewegung aufgreift. Benannt ist das Turnier nach Franz Drexler, einem führenden Aktivisten des österreichischen Trotzkismus von den 30er bis in die 60er Jahre. Drexler, der noch in den 90er Jahren in einer der beiden RSO-Vorläuferorganisationen, der AGM, organisiert war, war auch ein begeisterter Arbeiter/innen/sportler und als solcher bis 1934 Mitglied bei den Wehrturnern, der Eliteeinheit des Republikanischen Schutzbundes (der sozialdemokratischen Parteiarmee); genaueres findet sich hier.

Folgende Prinzipien der Arbeiter/innen/sportbewegung sollen den Geist der Franz-Drexler-Sportturniere prägen:

I. Anders als beim bürgerlichen Sportbetrieb soll nicht die Konkurrenz im Vordergrund stehen, sondern die gemeinsame und solidarische körperliche Betätigung.
II. Anders als beim bürgerlichen Sportbetrieb sollen nicht Spitzenleistungen hervorgehoben werden, sondern die Teilnahme von möglichst vielen gefördert werden.
III. Anders als beim bürgerlichen Sport- und Kulturbetrieb soll die Trennung zwischen Sport- und Kunststars einerseits und den Konsument/inn/en und Fans andererseits aufgehoben und durch die gemeinsame Aktivität von möglichst vielen ersetzt werden.
IV. Anders als die Verdummungs- und Verhetzungsfunktion des bürgerlichen Sportes soll die Arbeit/innen/sportbewegung letztendlich eine körperliche, vor allem aber auch geistige Übung für den kollektiven Kampf sein, also die Solidarität und den Zusammenhalt der Aktivist/inn/en der proletarischen Bewegung stärken.

Aus diesen Prinzipien leiten wir einige Konsequenzen ab, etwa ein flaches Punktesystem. Das heißt, dass die besten Leistungen mit nicht viel mehr Punkten belohnt werden als die anderen, dass es für alle Leistungen Punkte gibt. Es lohnt sich also, möglichst viele Teilnehmer/innen aufzubieten oder auch mit mehreren Teams anzutreten. Außerdem haben wir bei den Ballsportbewerben auf Schiedsrichter/innen verzichtet, was sehr gut funktioniert hat.

Nach dem Sieg der AGM im Jahr 2005 und von AGM/AL im Jahr 2006 hat diesmal die SLP das Turnier gewonnen. Bis zum nächsten Turnier ist der Franz-Drexler-Wanderpokal jetzt im Besitz der SLP. Wir gratulieren den Genoss/inn/en und bedanken uns bei allen Teilnehmer/inne/n für das gute Gelingen der Veranstaltung.


Für diejenigen, die es interessiert, die Ergebnisse im Einzelnen:

3000m-Lauf der Männer: 1. Platz RSO, 2. Platz RSO, 3. Platz SLP
3000m-Lauf der Frauen: 1. Platz RSO, 2. Platz SLP, 3. Platz SLP
Fußball der Männer: 1. Platz Perspektiven, 2. Platz RSO, 3. Platz SLP
Fußball der Frauen: 1. Platz SLP, 2. Platz gemischtes Team
Zielwerfen: 1. Platz SLP, 2. Platz RSO, 3. Platz SOAL und Perspektiven
Seilziehen: 1. Platz SLP, 2. Platz SOAL, 3. Platz SLP
Ballsport "Touch Down": 1. Platz RSO, 2. Platz SLP, 3. Platz SOAL
Sudoku: 1. Platz Perspektiven, 2. Platz SLP, 3. Platz SLP
Staffellauf Frauen: 1. Platz SLP, 2. Platz RSO, 3. Platz SOAL
Staffellauf Männer: 1. Platz RSO, 2. Platz SLP, 3. Platz RSO