"Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben. Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, sollen beide des Todes sterben. Wenn jemand eine Frau nimmt und ihre Mutter dazu, der hat eine Schandtat begangen; man soll ihn mit Feuer verbrennen und die beiden Frauen auch, damit keine Schandtat unter euch sei." (Leviticus, 3. Buch Mose)

Der Boss dieser mörderischen Religion, Joseph Ratzinger, besser bekannt unter seinem Decknamen Benedikt XVI., gibt sich 2007 die Ehre, Österreich zu besuchen. Und Ratzinger ist nicht irgendwer - an seinen Prada-Nobelschühchen klebt Blut. Vor seiner Wahl zum Papst war Ratzinger Boss der "Sacra congregatio Romanae et universalis Inquisitionis seu Sancti Officii", der römischen Glaubenskongregation, wie sich die "heilige Inquisition" seit 1908 nennt. Und Großinquisitor Ratzinger weiß, was er der Geschichte schuldig ist. In Interviews vor seiner Papstwahl lobte er die Inquisition für ihren mäßigenden Einfluss. Hunderttausende verbrannte Frauen und auch Männer (manche Schätzungen sprechen von bis zu neun Millionen) - für Ratzinger das Zeitalter der Mäßigung.

Kriminalgeschichte

Doch die Inquisition war nur ein verbrecherischer Akt in der "Kriminalgeschichte des Christentums", wie der bekannte Kirchenkritiker Karl Heinz Deschner sein achtbändiges Werk betitelt hat: Verfolgung der "Heiden", Zwangschristianisierung, Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, Antisemitismus, Hetze gegen Frauen und Schwule, die Zusammenarbeit mit dem Faschismus und dem Nationalsozialismus - bis hin zum wiederholten öffentlichen Lob für Hitler und Mussolini durch Papst Pius XI ("Mussolini wurde uns von der Vorsehung gesandt"), die direkte Beteiligung der kroatischen Kirche an der der Organisierung der Ausrottung von bis zu 500.000 Juden/Jüdinnen, Roma, SerbInnen und AntifaschistInnen im kroatischen KZ Jasenovac und die "Rattenlinie", mittels derer hochrangige ehemalige Nazis via Vatikan nach dem Krieg nach Südamerika geschleust wurden.

Garniert wird diese Kollaboration mit Rechtsaußen von der aktuellen Politik des Vatikans. Rechte, rechtsextreme und faschistische Gruppen sind aus der Amtskirche nicht wegzudenken und genießen teilweise höchste Unterstützung. Erst jüngst kam Benedikt den FundamentalistInnen mit der Erlaubnis entgegen, den Gottesdienst wieder ohne besondere Erlaubnis im "tridentinischen Ritus", also in lateinischer Sprache und mit dem Rücken zu den Kirchenschafen, abhalten zu dürfen. (mehr zu diesen rechten Organisationen findet sich hier)

Sex, Drugs and Rock´n´Roll

"Benedetto, Benedetto" tönen die Rufe der begeisterten jugendlichen Groupies über den Petersplatz. Doch wie es sich für Groupies gehört, sind auch Sex, Drugs and Rock´n´ Roll nicht weit. Und so sind auch nach den Lagern der katholischen Jugendgruppen in Rom und Umgebung die Aufräumtrupps unter anderem mit der Beseitigung gebrauchter Kondome beschäftigt. Doch für Rockstar Benedetto bleiben Kondome weiterhin Sünde, vorehelicher Sex sowieso.

Diverse Anti-Abtreibungshetzer wie Pro Life, die vor Abtreibungskliniken Psychoterror gegen Frauen organisieren, werden hingegen von der Kirche hofiert und massiv unterstützt.

Der Katholizismus ist ein Glaube der Angst, der Rache, der Demut und der Drohung mit Fegefeuer und Hölle - Kirchenbeiträge bzw. früher ein entsprechender Ablass konnten allerdings Wunder wirken. (Und für die Kirche war zweifellos das Sterbesakrament immer das Wichtigste aller Sakramente: dem oder der Sterbenden ins Gewissen geredet - der Erbteil Gottes war gesichert.) Das Christentum in seiner katholischen, seiner evangelischen oder anglikanischen Ausprägung war und ist eine Religion der Herrschenden, die auf das Jenseits vertröstet und dabei im Diesseits zum Beten rät.

Natürlich, natürlich, es gibt sie: die fortschrittlichen ChristInnen, die BefreiungstheologInnen, die caritativen Einrichtungen, die EntwicklungshelferInnen. Sie sind vor allem in unterentwickelten Ländern eine wesentliche Stütze, eine Grundlage des Einflusses der katholischen Kirche und ein wesentliches Instrument der Bindung der Massen an sie. Und auch in Österreich verbinden viele die Kirche mit Caritas und sozialen Einrichtungen (die allerdings zu einem Gutteil aus Steuergeldern finanziert werden).

Doch letztlich bleiben diese sozialen Einrichtungen Ablenkung von einer im Kern konservativen und rechtsextrem durchsetzten Organisation, die einerseits - schrullig - an Wunder glaubt und die Evolution leugnet, und andererseits - weit weniger schrullig - das Blut von Millionen an ihren Händen kleben hat. Und? - Noch Mitglied?

Was ist Religion?

"Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes." (Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie - 1843/44). Eines der berühmtesten Zitate von Karl Marx und der Weltgeschichte überhaupt beschäftigt sich mit der Religion.

Religionen hatten fast zu jedem Zeitpunkt der Geschichte die Aufgabe, die Mächtigen zu unterstützen, die sich der Religion als eines nützlichen Instruments bedienen, ihre Herrschaft zu stützen oder göttlich zu legitimieren. Die Gottkönige des alten Ägypten und des - in westlichen Alternativkreisen so beliebten - tibetischen Buddhismus, die Habsburger, die "von Gottes Gnaden" regierten oder die anglikanische Amtskirche, die bis heute Englands König oder Königin zum Oberhaupt hat, mögen als besonders ausgeformte Beispiele dienen. Doch geht es auch weit diffiziler. Das Christentum etwa war in seiner Urform vor allem bei Frauen und SklavInnen beliebt, weil es ein paradiesische Zustände und eine Welt der Gleichen im Jenseits versprach. Doch für das Diesseits predigte es Gehorsam, Märtyrertum und Gewaltlosigkeit und war so auch durchaus interessant für die herrschenden Kreise. Und so wurde 380 unserer Zeit das Christentum Staatsreligion im römischen Reich.

Das Christentum insgesamt ist aber wahrscheinlich eines der größten religiösen Missverständnisse der Geschichte. Denn die Bibel ist keineswegs einheitlich sondern im Gegenteil ein Sammelsurium der Ideen. Vor allem das alte und das neue Testament weisen offensichtlich wesentliche Unterschiede auf. Der alttestamentarische Gott ist ein Gott der Rache, des Feuers und des Schwerts. Als Sohnemann dann am Kreuz das Irdisch-Zeitliche segnete, dürfte Gottvater aber ein wenig liberaler geworden sein. Und so können ChristInnen sich bis heute aussuchen, welchen Gott sie gerade aus der Schublade holen (wobei auch die neutestamentarische Bibel völlig unterschiedliche Sichtweisen ermöglicht).

Bis heute hat das Christentum eine wesentliche ideologische Funktion. Neben dem kirchlichen Kampf gegen die Evolutionslehre spielen christliche Dogmen in der Bewertung der Rolle der Frau, der Sexual- und Familienmoral, der Arbeitsethik und letztlich im Funktionieren der Gesellschaft über das Vertrösten auf das Jenseits eine wesentliche Rolle. Gerade dieser letzte Aspekt macht das Christentum für das Kapital bis heute so attraktiv.

Religion der Macht

Die Kirche hat ein erstaunliches Interesse am ungeborenen Leben. Fundamentalistische AbtreibungsgegnerInnen, etwa "Human Life International", machen mit Unterstützung der Kirche Frauen den Weg zur Abtreibungsklinik zur Hölle, in den USA wurden gar AbtreibungsärztInnen erschossen. Gegenüber dem geborenen Leben schert sich die Kirche vor allem um die ideologische Indoktrination. Gleich zu Beginn wird die Mitgliedsaufnahme ordnungsgemäß durchgeführt, indem Säuglingen Wasser über den Kopf geleert wird. Es folgt der - in den Schulen abgehaltene und staatlich finanzierte - Religionsunterricht (der damit jeder Trennung von Staat und Kirche Hohn spricht). Bereits in Kindergärten und Schulen hängen für Kinder oft beängstigende Abbildungen altrömischer Folterinstrumente, an denen ein zu Tode Gemarteter hängt.

Hinter dem religiösen Aberglauben stehen handfeste materielle Interessen. Die Kirche ist zumindest seit ihrem Aufstieg zur Staatskirche in Rom eine der größten KapitaleignerInnen und steht somit bereits aus Eigeninteresse jeder grundlegenden Gesellschaftsveränderung feindlich gegenüber, die ihren Reichtum antasten würde. Nicht zuletzt daraus erklärt sich auch ihr wütender Antikommunismus. In der Vergangenheit sollen sich unter ihren unzähligen Besitzungen unter anderem Beteiligungen an einer Waffenfabrik oder an einer Fabrik, die die "Pille" produziert, gefunden haben. Die katholische Kirche ist in Deutschland und Österreich der größte private Grundbesitzer und gilt generell als größter Grundbesitzer der "westlichen Welt". Daneben gehören ihr unzählige Immobilien, beileibe nicht nur solche, die klerikal genutzt werden. In Österreich besitzt die Kirche mit "Schellhammer & Schattera" auch eine eigene Bank (die übrigens wiederum Anteile an den sehr lasterhaften Casinos Austria hält).

UFO?

Heute kann Religion wesentliche Teile ihrer früheren Deutungsmacht nicht mehr ausspielen. Vieles, was früher im Dunkeln lag und nur durch Wunder erklärt werden konnte, ist heute wissenschaftllich belegt. Auf menschliche Ängste vor dem Tod, antworten Religionen mit dem "Glauben". Das System funktioniert nach dem Motto: "Da ist ein UFO!" "Wo, ich sehe nichts?" "Macht nichts, Du musst trotzdem daran glauben!" - Funktioniert nicht, oder? Wer jetzt übrigens statt "UFO" "Gott" einsetzt, hat die Basis der meisten Religionen.

Nachdem in den westlichen Industriestaaten durch Modernisierungsinteressen des Kapitals, aber auch durch den Einfluss der 68er, die traditionellen, christlichen Religionen immer stärker an Bedeutung verloren haben und in den letzten Jahren ein rasanter Niedergang der alten Strukturen des Glaubens zu erkennen ist (Kirchenaustrittswelle), treten andere idealistische Strömungen an ihre Stelle. Fernöstliche Heilslehren bilden zusammen mit religiösen Kleingruppen eine neue, auch unter gesellschaftlich fortschrittlichen Kreisen akzeptierte, Alternative zum verknöcherten System des Katholizismus. Ihre Auswirkungen unterscheiden sich nicht von denen des Christentums, denn auch hier wird ein durch die Wissenschaft nicht untermauerbares Konstrukt aufgebaut (und in ihren Herkunftsländern spielen sie die genau gleiche reaktionäre Rolle. Als eingängigstes Beispiel dafür kann der Buddhismus dienen, unter dessen Zepter in Tibet Menschen bis an den Rand des Todes gefoltert wurden - starben sie, war es "schlechtes Karma").

Materialismus

MarxistInnen gehen im Gegensatz zu idealistischen Auffassungen nicht davon aus, dass irgendwelche SchöpferInnen, oder verallgemeinert, irgendwelche Ideen die Entwicklung der "Wirklichkeit", also der Geschichte, der Gesellschaft etc., bedingen. Dagegen werden im historischen Materialismus die materiellen Entwicklungen und Phänomene, wie sie sich in Geschichte und Gesellschaft manifestieren, als Ausgangspunkt der Analyse genommen. Von dort aus wird dann versucht, die Entwicklung und Existenz bestimmter Ideen, Ideologien, Religionen etc. zu erklären.

Das bedeutet freilich nicht, dass diese Ideenebene ein reines Abbild der sogenannten materiellen Ebene darstellt. Das wäre ein plumpes materialistisches Verständnis, dem eine differenzierte historisch-materialistische Herangehensweise entgegenzuhalten ist. Dabei muss es darum gehen, bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene gerade als Ausdruck und Produkt eines Wechselverhältnisses dieser beiden Ebenen zu betrachten; was nicht damit in Widerspruch steht, dass als das grundlegend Bestimmende "in letzter Instanz" doch die materielle Ebene, also (Klassen-) Struktur der Gesellschaft, ökonomische Entwicklungen etc. angenommen werden muss.

Religion verbieten?

Gerade bei unterprivilegierten Teilen der Bevölkerung aber finden die Versprechen der Religionen besonders starken Zuspruch und je niedriger der Lebens- und Bildungsstandard in einem Land, desto größer ist oft die Bedeutung der Religion. Der Gedanke an eine ausgleichende Gerechtigkeit ist eben besonders für jene interessant, die nichts oder nur wenig besitzen.

Religion ist also selten etwas, was durch Diskussionen geklärt wird. Jedwede Verbote religiöser Ausübung sind daher zwecklos und kontraproduktiv (und der Kampf gegen die "Sekten" ist oft auch ein Versuch der großen Kirchen, ihren Einfluss nicht an die Konkurrenz zu verlieren). Wir treten also für die Freiheit der Religionsausübung ein. Allerdings stehen wir auch für eine konsequente Trennung von Kirche und Staat, also das Ende aller direkten und indirekten Subventionen, ein Ende des Religionsunterrichts in Schulen sowie die Abnahme aller religiösen Symbole in öffentlichen Gebäuden. Insbesondere sind wir für die entschädigungslose Enteignung des Kirchenvermögens (ausgenommen die Kultstätten selbst).

Es gibt keine rein psychologische Basis für die Ausbreitung religiöser Vorurteile, vielmehr beruht diese - ebenso wie Rassismus, Sexismus und Homophobie - auf den sozio-ökonomischen Verhältnissen, die uns umgeben. Es kann also nicht darum gehen, dem Glauben an Gott einen Glauben an die Wissenschaft und den Fortschritt entgegenzusetzen, wie dies viele bürgerliche FortschrittlerInnen tun, sondern jeglichem Irrationalismus die materielle Basis zu entreißen.

Oder wie es der russische Revolutionär W.I. Lenin so treffend ausdrückte: "Den Kampf gegen die Religion darf man nicht auf abstrakt-ideologische Propaganda beschränken, darf ihn nicht auf eine solche Propaganda reduzieren, sondern er muss in Zusammenhang gebracht werden mit der konkreten Praxis der Klassenbewegung, die auf die Beseitigung der sozialen Wurzeln der Religion abzielt."

Gottes rechte Kirche

Sie nennen sich Neokatechumenat, Priesterbruderschaft St. Petrus, Engelswerk oder Opus Dei (Werk Gottes). Gemeinsam ist ihnen eine rechtsextreme bis faschistische Einstellung und ein anerkannter Status in der katholischen Kirche.

Die bekannteste dieser Organisationen, das Opus Dei, hat rund 85.000 verschworene Mitglieder, davon etwa ein Fünftel so genannte Numerarier, die ehelos in Gemeinschaften oder Bildungszentren leben (unter ihnen 2000 Priester). Dem Werk, das im Spanien der Franco-Diktatur Minister stellte, gehören auch mehrere Bischöfe und Erzbischöfe an, unter ihnen österreichische und deutsche Bischöfe wie der Diözesanbischof von St. Pölten, Klaus Küng. Und der Einfluss des Werks reicht weit über die Mitgliederschaft hinaus. Der Gründer des Opus, José Maria Escrivà, wurde 1992 auf Initiative von 69 Kardinälen und nahezu 1300 Bischöfen (mehr als einem Drittel des Weltepiskopates) durch Papst Johannes Paul II - einem besonderen Förderer des Werks - selig gesprochen, 2002 folgte die Erhebung zum Heiligen.

Auch Ratzinger kommt diesen Gruppen entgegen, etwa indem er eine Neuerung des 2. Vatikanischen Konzils, das von 1962 - 1965 tagte, wieder rückgängig macht. Nunmehr darf in jeder Kirche der Gottesdienst wieder nach dem "tridentinischen Ritus" abgehalten werden. Es steht zu erwarten, dass mit dieser Neuerung auch die aus diesem Grunde von der katholischen Kirche abgespaltene rechtsextreme Priesterbruderschaft St. Pius X. des französischen Erzbischofs Marcel Lefebvre, eines Freundes des rechtsextremen Front National, wieder Teil der Amtskirche werden kann (übrigens ist auch Österreichs führender Fundi-Bruder, der ex-freiheitliche und nunmehr freie Abgeordnete und Verschwörungstheoretiker vom Dienst, Ewald Stadler, als Vereinsmitglied bei diesen rechten Priester-Brüdern zu finden).




Religiöser Fundamentalismus

Die meisten Religionen bildeten liberalere und fundamentalistischere Strömungen aus, die sich im Lauf der Geschichte abwechselten. Das Christentum etwa war im Mittelalter extrem repressiv, nicht zuletzt, um die Bevölkerung im Kampf um neue Eroberungen ("Kreuzzüge") zu disziplinieren und etwas später ideologisch die Ausbeutung und Ausrottung der indigenen Bevölkerung Amerikas, der "neuen Welt", zu rechtfertigen. Zu dieser Zeit flüchteten vor allem viele JüdInnen in das bis Ende des 15. Jahrhunderts großteils islamisch beherrschte Spanien, weil dort für damalige Verhältnisse ein erstaunlich liberales Klima herrschte. Während am Hofe von Cordoba in vielen Sprachen geforscht wurde, brannten in Mittel- und Westeuropa "Ketzer" und "Hexen" auf den Scheiterhaufen der Inquisition.

Heute wird in der westlichen Öffentlichkeit gegen den Islam Stimmung gemacht und der Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus als Vorwand für diverse US-Angriffskriege benutzt. Diese Debatte allerdings sieht darüber hinweg, dass der gefährlichste und mächtigste Fundamentalismus heute zweifellos der fundamentalistisch-christlich geführte US-Imperialismus ist. Und jene, die noch in den 80ern des letzten Jahrhunderts als "Freiheitskämpfer" die treuesten Verbündeten der USA im Afghanistan-Krieg waren, werden heute als "Islamisten" bekämpft.

Wer heute in Europa bei der Ablehnung jeder Form von religiösem Aberglauben den Islam in den Vordergrund stellt, geht den PropagandistInnen der westlichen Welt auf den Leim. Es ist vielmehr notwendig, klar und eindeutig gegen den vom imperialistischen Establishment geschürten antiarabischen und antiislamischen Rassismus Stellung zu beziehen und KollegInnen aus diesen Ländern gegen Anpöbelungen und Übergriffe zu verteidigen. Der politische Kampf gegen die Religion muss in Europa und Nordamerika vor allem ein Kampf gegen die Vorurteile und Machtansprüche des hier dominanten und für den Kolonialismus massiv mitverantwortlichen Christentums sein - konkret ein Kampf gegen die katholische Stupidität von ÖVP und CSU, ein Kampf gegen Bushs christlich unterlegten Kreuzzug "des Guten" gegen "das Böse".