Gilets Jaunes: Die Gelben Westen in Frankreich

Hier veröffentlichen wir Artikel zur Gelbwesten-Bewegung in Frankreich. Die meisten Artikel stammen von unseren französischen GenossInnen, die im betrieblichen und gewerkschaftlichen Umfeld, im SchülerInnen- under Studierendenbereich und in der Bewegung der Gelben Westen aktiv sind, und versuchen diese Bereiche und Kämpfe mit gemeinsamen Perspektiven zusammen zu führen.

Seit fast vier Monaten gibt es in Frankreich die Proteste der Gilets Jaunes. Für die meisten Menschen außerhalb Frankreichs kamen die Proteste völlig unerwartet und die ersten Reaktionen waren sehr verhalten. Die Proteste sind dezentral über das gesamte Land verteilt, rechte und linke Aktivist*innen geraten immer wieder in handgreifliche Auseinandersetzungen und in den Facebookgruppen der Gilets Jaunes geht es hoch her. Erschwerend kommen die Sprachbarriere und die oftmals nicht vorhandene Kenntnis über die politische und gesellschaftliche Gemengelage in Frankreich hinzu. Über den aktuellen Stand der Bewegung hat das online-Magazin Ramba Zamba ein Interview mit Sébastien de Beauvoir geführt. Er verfolgt diese seit ihrem Beginn und ist in den Gruppen aktiv.

 

Große National-Debatte, großes Blabla: Streik, Blockade, es lebe der Kampf! (im Französischen reimt es sich)

Die Gelbwesten haben die Stimmung kräftig angeheizt. Deshalb war dieser 5. Februar ein erfolgreicher Mobilisierungstag, zu dem mehrere Gewerkschaften aufgerufen hatten, mit der Beteiligung vieler Gelbwesten. Beschäftigte aus Klein- und Mittelbetrieben und Vereinen oder Betreuungsassistenten: Einige von ihnen legten zum ersten Mal die Arbeit nieder. Dieser erfolgreiche Demonstrationstag ist eine erste Etappe, die zur Ausweitung der Gelbwestenbewegung auf die Betriebe und zum notwendigen Streik führen soll.

Dies ermutigt die Gewerkschaftsaktivisten und die Arbeiter dazu, dem Beispiel der Gelbwesten zu folgen und die Mobilisierung an der Basis aufzubauen. Dies allein kann in einen Streik münden, der von den Streikenden selbst kontrolliert wird.

Im 1. Teil unseres Artikels haben wir die soziale und politische Charakterisierung der Bewegung der Bewegung vorgenommen und ihre Entwicklung dargestellt.

Im 2. Teil des Artikels gehen wir auf die Positionen der französischen Gewerkschaften gegenüber der Gelbwestenbewegung ein und beschreiben das komplizierte Verhältnis zwischen gewerkschaftlicher Basis und Gelben Westen.

Im 3. Teil des Artikels haben wir die Forderungen der Gelbwesten vorgestellt und sind auf die Perspektiven der Umsetzung eingegangen.

Im 4. Teil des Artikels wurde auf die Positionen in der Linken eingegangen und die Arbeit unserer GenossInnen dargestellt.

Im 5. und letzten Teil dieser Artikelreihe ziehen wir eine Zwischenbilanz zum Jahresende und diskutieren, wie es weiter gehen könnte.

 
Neues Jahr 2019 : Akt 8, Akt 9… Alle zusammen, die Gelbwestenbewegung wird nicht schwächer!
 
Eine Übersetzung der Vorderseite der Betriebsflugblätter unserer französischen Gruppe L’Ètincelle vom 8. Januar 2019
 

Die am vergangenen Wochenende wieder erstarkende Gelbwestenbewegung hat den Regierenden Angstschweiβ auf die Stirn getrieben… In der Fernsehrede von Edouard Philippe gab es keine Spur mehr vom altväterlichen Ton von früher, als er sagte, er « verstehe » die Wut.

Jetzt spricht er ganz anders : Die Gewalttaten der Polizei erwähnte er mit keinem Wort – obwohl er sie sehr wohl kennt.

Er gab doch selbst die Befehle dazu zusammen mit Macron und Castaner, seinen Regierungskumpanen – und er verkündet neue repressive Gesetze gegen die Demonstranten, um den richtigen Belagerungszustand zu verlängern, der vor den Weihnachts- und Neujahrsfesten ausgerufen wurde.

Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.