Die Arbeitgeber im Metallbereich lehnen eine Gehaltserhöhung grundsätzlich ab. Unter der neuen Regierung wird der Wind weiter rauer werden. Nur durch massive Arbeitskämpfe und soziale Bewegungen werden die Errungenschaften der ArbeiterInnen verteidigt werden können.

Schon seit Jahren gibt es massive Konflikte um den Metaller-Kollektivvertrag. Gab es 2011 noch einen Streik für höhere Löhne, waren die folgenden Jahre von Abwehrkämpfen gekennzeichnet. Angiffsziel ist seit Jahren der einheitliche Kollektivvertrag in der Metallbranche, der Schritt für Schritt aufgespalten wurde. 
Zentrale Auseinandersetzung wurde auch immer mehr das Thema Arbeitszeitflexibilisierung. Die Unternehmer wünschen einen 12-Stunden-Tag und Durchrechnungszeiträume über 52 Wochen. Schon in den letzten Jahren wurden Klausen in den Kollektivverträgen verankert, die Regelungen auf Betriebsebene möglich machen, wo die ArbeitnehmerInnen und BetriebsrätInnen in einer schlechteren Position sind. 
Die Arbeitgeberseite argumentiert, dass sie bei den Beschlüssen im Parlament zu Mindestlohn und Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten übergangen worden wären. Deshalb, und weil die Gewerkschaft ihren Wünschen zum 12-Stunden-Tag nicht nachgekommen ist, wollen sie Lohnerhöhungen unterbinden. 
Der Konflikt ist Ausdruck der veränderten Stimmung der Unternehmen, die gegen die Arbeitenden und die Organisationen der ArbeiterInnenbewegung in die Offensive gehen wollen. Immer mehr Stimmen, wollen Kollektivverträge abschaffen und Verhandlungen und Regelungen auf Betriebsebene verlagern. Die Arbeiterkammer soll abgeschafft oder ausgehungert werden und die Gewerkschaften in die Schranken gewiesen werden.
Auf österreichweiten Betriebsrätekonferenzen wurde beschossen die Belegschaften in den Betrieben bei Betriebsversammlungen zu informieren und über einen möglichen Arbeitskampf zu informieren. Ob es sich dabei um wirkliche Vorbereitungen von Kämpfen, oder um taktisches Geplänkel gegenüber dem Unternehmern handelt, werden wir sehen. Die Gewerkschaften führen seit Jahren nur defensive Abwehrkämpfe, große Verbesserungen scheinen in der aktuellen Situation und unter den herrschenden Kräfteverhältnissen für Arbeitende und ihre Vertretungen unrealistisch. Tatsächlich wird in Zeiten von kapitalistischer Krise und Austerität selbst die Erhaltung der vergangenen Errungenschaften nur durch eine neue Phase des Klassenkampfes von unten möglich sein. Dabei darf der Sozialpartnerschaft nicht nachgetrauert werden, sondern muss erkannt werden, dass die Rechte der Arbeitenden nicht mit den KapitalistInnen, sondern gegen sie verteidigt werden müssen. Die aktuellen Diskussionen und Versammlungen müssen genutzt werden um das Klassenbewusstsein zu stärken und die Arbeitenden für den Widerstand einzuschwören.
Der Kapitalismus wird auch in Österreich immer mehr seine hässliche Fratze zeigen. Als RevolutionärInnen müssen wir aufzeigen, dass nur durch eine Überwindung des Kapitalismus und eine demokratische Wirtschaft ein gutes Leben für alle geschaffen werden kann. 
Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.