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Bericht von der Frauendemo am 6.3 in Zürich Drucken E-Mail
Geschrieben von Olivia Farner (RSO Zürich)   
Dienstag, 09 März 2010
Am 6. März zogen in Zürich trotz dichtem Schneefall über 300 Frauen lautstark durch die Strassen der Innenstadt um zum internationalen Frauenkampftag, dem 8. März, ihrer Forderung nach einem gleichberechtigten Leben Ausdruck zu verleihen.

Auch Aktivistinnen der RSO beteiligten sich an der Demonstration unter dem Motto "Zusammen stark!". Rote Fahnen und Transparente mit klassenkämpferischen Parolen prägten den vorderen Teil des Demonstrationszugs; migrantische Frauenorganisationen, gewerkschaftliche Frauengruppen, Jugendgruppen, Studentinnen der Gruppierung Unsere Uni und viele weitere junge und ältere Frauen reihten sich in die laute und starke Demo ein.

Die Demonstrationsroute führte am Lokal Hooters, dessen Markenzeichen die sehr knappen Arbeitsuniformen der weiblichen Angestellten sind und dessen Geschäftsmodell Sexismus heisst, vorbei. Dieses hatte vorsorglich geschlossen, kam aber dennoch nicht unbeschadet davon... Doch nicht nur Sexismus, welcher in der Schweiz insbesondere von der stimmenstärksten Partei gerne öffentlich (unvergessen die unverhüllten Aussagen des SVP-Exponenten Kuhn: Sexistische Volkspartei) gepflegt wird, ist im Jahr 2010 für Frauen ein Grund auf die Strasse zu gehen:

Auch heute betragen die Lohnunterschiede von Frauen und Männern in der Schweiz bis zu 20%, in Kaderpositionen gar 30%.Vor allem auf dem Land fehlen Krippenplätze, es drohen Kürzungen bei Rente und Arbeitslosengeld, Frauen arbeiten überwiegend in prekären Arbeitsverhältnissen, die Ladenöffnungszeiten werden auf Kosten des meist weiblichen Personals schleichend verlängert. Ganz zu schweigen von geschlechterspezifischer Arbeitsteilung, Gewalt, Doppelbelastung, ... Auch das Verhältnis von 14% Professorinnen zu 57% Studentinnen an der Uni Zürich spricht für sich!

Dass der Benachteiligung und Unterdrückung der Frauen nicht mit "Gleichstellungsgesetzen" und "Gleichstellungs-Abteilungen" erfolgreich begegnet werden kann, ist der engen Verwobenheit von Frauenunterdrückung und kapitalistischer Produktionsweise geschuldet. Deshalb muss ein erfolgreicher Kampf für Frauenbefreiung mit dem Kampf gegen das kapitalistische System einhergehen – der grosse antikapitalistische Block an der Frauendemo in Zürich, die von einem Bündnis mit antikapitalistischer Stossrichtung organisiert wurde, lässt positiv stimmen, ist aber bloss ein Anfang! Als Revolutionärinnen und Revolutionäre führen wir den Kampf gegen Frauenunterdrückung nicht nur in unserer alltäglichen Praxis, sondern auch als Kampf gegen das kapitalistische System.

 

Zum Weiterlesen:

Themenschwerpunkt zu Frauenbefreiung und Klassenkampf



 

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