0:1 für die Schweiz. 0:1 für Österreich. Knappe Ergebnisse, aber immerhin. Zu unserer Freude haben die Veranstalterländer der EM 2008 gleich zum Auftakt die ersten Niederlagen kassiert. Das wird wohl dem nationalistischen Spuk (mehr dazu hier) den ersten Dämpfer verpassen. Die Supermarktketten Migros (Schweiz) und Billa (Österreich) werden den Fanartikel-Müll, den sie zuletzt schon um -20% beziehungsweise um -50% angeboten haben, jetzt noch billiger verramschen müssen.

Im Fall des österreichischen Teams hat es offenbar auch nichts geholfen, dass acht Spieler (Aufhauser, Fuchs, Garics, Ivanschitz, Kienast, Linz, Prödl, und Vastic) am Freitag eine "Heilige Messe" besucht haben, um sich göttlichen Segen für ihre Spiele zu erbeten. Vielleicht war es an höchster Stelle nicht überzeugend, wenn aus dem 23-Mann-Kader nur acht Spieler erschienen sind? Vielleicht haben die Kroaten doch den besseren Draht zum katholischen Gott? Vielleicht hätte das österreichische Team auch nicht einem Priester vertrauen sollen, der Zeljko Odobasic heißt? Vielleicht hat dieser Mann die "Fürbitten" von Ivanschitz, Linz & Co. gar nicht weitergeleitet, weil er für das kroatische Team arbeitet? Immerhin haben die österreichischen Spieler auch vorgesorgt: In einer Fürbitte wurde für "Kraft in der Niederlage" gebetet.

Dass es auch in Kroatien nicht nur unreflektierte nationalistische Begeisterung gibt, zeigt die Zeitschrift "Feral Tribune" aus Split. Sie hat sich schon in den 90er Jahren gegen den rabiaten Tudjman-Nationalismus gestellt und jetzt ein Interview mit einem RSO-Vertreter veröffentlicht, in dem wir die Möglichkeit hatten, unsere Anti-EM-Position auch Zehntausenden kroatischen LeserInnen vorzustellen. Diejenigen, die Kroatisch/Serbisch können, können das Interview hier nachlesen.

Ein Video mit einem RSO-Vertreter zur EM findet sich auch auf dem Webportal vienna.at. Unsere Anti-EM-Aufkleber "SCHEISS EM 2008 Gegen Kommerz, Repression und Nationalismus!" können sowohl über die RSO-Wien als auch über die RSO-Zürich bezogen werden. Bestellungen unserer EM-Broschüre "FUSSBALL und Klassenkampf" über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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Wer ist die RSO?
 
Die RSO (Revolutionär Sozialistische Organisation) arbeitet am Aufbau einer Organisation, die in Kämpfen eine Perspektive über den Kapitalismus hinaus aufzeigen kann. Wir nehmen an Demonstrationen und Aktionen teil, diskutieren solidarisch über unser Verständnis von Politik und welche Strategien wir brauchen und tauschen uns mit anderen AktivistInnen aus. Wir sind in Wien aktiv, haben aber Kontakt zu Gruppen und AktivistInnen in anderen österreichischen Städten und anderen Ländern.
 
Für Revolution und Sozialismus einzutreten, bedeutet über den engen Kreis der Linken hinauszuwirken und unsere Ideen in der ArbeiterInnenklasse zu verbreiten. Wir geben deswegen seit mehreren Jahren das Betriebsflugblatt Klartext in Wiener Krankenhäusern heraus, mit dem wir Missstände anprangern, KollegInnen ein Sprachrohr bieten und versuchen, Basisaktivitäten zu vernetzen. Mit anderen AktivistInnen gemeinsam haben wir die Initiative Care Revolution aufgebaut und diverse Demonstrationen und Protestaktionen organisiert
 
Für uns ist der Kampf gegen konkrete Ausbeutung am Arbeitsplatz, Unterdrückung durch Sexismus und Rassismus und die katastrophale Umweltzerstörung immer Verbunden mit einem Kampf gegen den Kapitalismus, der eine solidarisches Zusammenleben verhindert.