ÖGB neu?
Eine erste
Einschätzung des „Reformprozesses“ (mit einer Bilanz unserer Intervention auf
den Regionalkonferenzen)
Erich Foglar, Vorsitzender der Metallergewerkschaft, meint, dass
die ÖGB-Spitze mit der präsentierten Reform „einen
Meilenstein aus der Taufe gehoben“ habe. Tatsächlich sind die geplanten
Änderungen ausgesprochen unspektakuläre kosmetische Maßnahmen, mit denen die
bürokratische Führungsschicht ihre Kontrolle über die Gewerkschaften wieder
festigen will.
Die
konkreten Ergebnisse der „Reformklausur“: Das Maximaleinkommen für Funktionäre
wurde mit 5800 Euro netto festgelegt, wobei nur noch zwei bezahlte Funktionen
erlaubt sind. In den Spitzengremien wird eine Frauenquote von 33% eingeführt.
Die Teilgewerkschaften bleiben bestehen, die Mitgliedsbeiträge bleiben gleich
hoch. Bezüglich der viel diskutierten Ausweitung der direkten Demokratie im ÖGB
ist lediglich diffus von Experimenten in den Regionen die Rede. Die
wesentlichen Entscheidungen werden also weiterhin im zentralen Apparat hinter
verschlossenen Türen fallen. Eine Direktwahl des Vorsitzenden verwies ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer
in der ORF-Pressestunde in eine unbestimmte Zukunft.
Was die ÖGB-Spitze unter stärkerer demokratischer Beteiligung
versteht, zeigte ja schon der „Reformprozess“ selbst, nämlich der Ablauf der
Mitgliederbefragung und der Regionalkonferenzen. Die Arbeit der von der
Bürokratie eingesetzten „Reformkommissionen“ war schon abgeschlossen, bevor die
Ergebnisse der Befragung und der Konferenzen vorlagen. Die von den Kommissionen
erarbeiteten Vorschläge konnten deshalb, wie schließlich offen eingestanden
wurde, mit dem Mitgliederwillen „nur noch abgeglichen“ werden.
Dass es sich bei
Befragung wie Konferenzen um Alibiaktionen der Bürokratie handelte, zeigen auch
die Interpretation und der Umgang der ÖGB-Spitze.
Laut der November-Ausgabe der ÖGB-Zeitschrift
„Solidarität“ haben 4000 Personen an den 27 Regional- und dutzenden
Betriebsratskonferenzen teilgenommen und sind 58328 Fragebögen eingelangt.
Angesichts der ÖGB-Mitgliedschaft von über 1,3
Millionen ist das eine ziemlich magere Beteiligung, die zeigt, wie sehr ein
großer Teil der Gewerkschaftsmitglieder von der Bürokratie an die Passivität
gewöhnt wurde beziehungsweise sich mit dem Zustand des ÖGB abgefunden hat.
Laut Solidarität-Bericht haben sich in den Fragebögen 72% für
die Abschaffung bezahlter Mehrfachfunktionen von Spitzenfunktionären
ausgesprochen. Die Fragestellung war ja auch schon wunderbar den Plänen der ÖGB-Spitze angepasst, denn die Option, für eine massive
Absenkung der Funktionärseinkommen (etwa auf Facharbeiter/innen- oder
Durchschnittslohn) zu votieren, war erst gar nicht gegeben. 70% forderten in
den Fragenbögen eine kämpferische Gewerkschaft; was die ÖGB-Spitze
daraus machen wird, zeigt schon die Aussage von Hundstorfer,
dass er sich selbst zu denen zähle, die für eine kämpferische Gewerkschaft sind
– ausgerechnet Hundstorfer, der in der Doppelfunktion
als führender SPÖ-Gemeindepolitiker in Wien und Vorsitzender der Gewerkschaft
der Gemeindebediensteten (GdG) in den letzten Jahren
diverse Ausgliederungen der Gemeinde Wien gegen die Interessen seiner
Mitglieder über die Bühne brachte. 61% sprachen sich in den Fragebögen dafür
aus, dass die direkte Demokratie (Urabstimmungen, Mitgliederbefragungen) im ÖGB
gestärkt werden soll. Dass die „Reformklausur“ dazu nichts Konkretes anzubieten
hat, zeigt sehr klar, was die ÖGB-Spitze von
Entscheidungen durch die Basis hält.
Die
Vorstellungen einer gelenkten „Demokratie“ á la Hundstorfer
wurden auch auf den Regionalkonferenzen mehr als deutlich. Das so genannte
„Design“ der Veranstaltungen bedeutete eine Zersplitterung in Arbeitsgruppen,
die jeweils von ÖGB-Funktionär/innen geleitet wurden.
Ein großer Teil der Fragen waren entweder nichts sagende Banalitäten (etwa, ob
die Globalisierung weitere soziale Verschlechterungen bringen werde – als ob
das ein von den Gewerkschaften unbeeinflussbares Naturphänomen sei) oder genau
in dem von der Bürokratie geplanten Rahmen (für Abschaffung von bezahlten Mehrfachfunktionen? – massive Absenkung
der Bezüge nicht zur Debatte). Die so genannten „offenen Fragen“ waren
offensichtlich zum unverbindlichen Dampfablassen gedacht. Sämtliche
Wortmeldungen wurden von ÖGB-Angestellten auf
„Flip-Charts“ notiert, die dann angeblich an die so genannte Steuerungsgruppe
weitergeleitet werden sollten. Häufig gab es dann so absurde „Ergebnisse“, dass
auf einem Bogen stand „Schluss mit der Sozialpartnerschaft“ und drei Zeilen
weiter unten „Für die Stärkung der Sozialpartnerschaft“ – unabhängig davon,
dass ersteres von 15 Leuten im Arbeitskreis unterstützt wurde, letzteres nur
von zwei Leuten. Die „gesammelten Ergebnisse“ waren damit Null-Aussagen, die
die Funktionär/innen der Steuerungsgruppe nach Lust und Laune interpretieren
konnten (wenn sie nicht schon vorher beim Altpapier gelandet sind).
Die
Regionalkonferenzen in Wien liefen allerdings nicht nach dem Geschmack der ÖGB-Spitze; sie war mit teilweise massivem Unmut und
Widerstand der Basis konfrontiert. An den fünf Regionalkonferenzen in Wien
nahmen zwischen 50 und 100 Gewerkschaftsmitglieder teil, darunter im
Durchschnitt der fünf Konferenzen in etwa 25-30% führungsloyale (Ex-)
Funktionäre, 15-20% kritische Betriebsrät/innen,
35-40% einfache Basismitglieder und 15-20% von linken Organisationen. Genoss/inn/en von AGM-Betrieb haben sich an allen fünf
Regionalkonferenzen in Wien beteiligt, gemeinsam mit der AL-Antifaschistische
Linke. Außer AGM/AL haben, zumindest auf einigen der Konferenzen, auch die
Sozialistische Linkspartei (SLP), der Funke und die KPÖ-Abspaltung
Kommunistische Initiative (KI) koordinierte Interventionen durchgeführt.
Die
Regionalkonferenzen in Wien West, Wien Ost und Wien Mitte sind der Bürokratie
zu guten Teilen entglitten. In Wien West gab es in den Arbeitskreisen durch organisierte
Linke, kritische Betriebsrät/innen und
Basismitglieder bereits großen Unmut gegen die Art der Fragestellung und den
Ablauf der Veranstaltung; in der Schlussrunde war Gerhard Fritz, der Vorsitzende der Postgewerkschaft, dann massiver
Kritik ausgesetzt und in einem Stimmungsbild zur Veranstaltung fast völlig
isoliert. In Wien Ost setzten kritische Gewerkschafter/innen (Basismitglieder
gemeinsam mit organisierten Linken) eine Verkürzung des geplanten „Designs“
durch und nach einer offenen Plenardiskussion wurde eine Resolution gegen
Sozialpartnerschaft, für Demokratisierung und für Durchschnittslöhne für
Funktionär/innen mehrheitlich angenommen. In Wien Mitte schaffte es die
Konferenzregie nicht einmal, einen Start des geplanten Ablaufs durchzusetzen,
es fand von Anfang an im Plenum eine offene, kritische und kontroversielle
Diskussion statt; am Ende wurde dieselbe Resolution wie in Wien Ost angenommen
(allerdings waren zu der mittlerweile späten Stunde nicht mehr viele Leute
anwesend).
Bei den
Regionalkonferenzen in Wien Nord und Wien Süd hatte die Bürokratie, nach den
Erfahrungen der anderen drei Konferenzen, die Sache wieder relativ fest im
Griff. Die Botschaft war von Anfang an: „Wem der Ablauf nicht passt, der kann
ja gehen.“ Offensichtlich hatte die Bürokratie diesmal ausreichend
führungsloyale Funktionär/innen mobilisiert und diese auch hinlänglich auf ein
Durchziehen der Veranstaltung in ihrem Alibicharakter eingeschworen. Das
Gewicht von kritischen Basismitgliedern und organisierten Linken war auf diesen
beiden Konferenzen zu gering, um die Veranstaltungen zu dominieren. Dennoch
konnten wir auch hier unsere wesentlichen politischen Botschaften deutlich
wahrnehmbar verbreiten.
Insgesamt
kann gesagt werden, dass von vornherein klar war, dass angesichts fehlenden
Klassenkämpfe, kämpferischer Basisstrukturen in den Gewerkschaften und
Verankerung von linksradikalen Organisationen in den Betrieben die meisten
Konferenzen in Österreich unter der Kontrolle der Bürokratie bleiben würden.
Einzelne lokale Ausnahmesituationen ändern daran nichts, ihre Ergebnisse wird
die ÖGB-Bürokratie einfach im Sand verlaufen lassen.
Der „Reformprozess“ des ÖGB bleibt unter dem eisernen Griff der
Spitzenfunktionäre, die Änderungen werden unter der Leitung dieser Leute kosmetisch
bleiben.
Trotz all
dieser Dinge waren die Interventionen von AGM/AL sinnvoll. Wir konnten nicht
nur einen Einblick in die Diskussionen im ÖGB gewinnen und zahlreiche
Broschüren verkaufen, sondern auch Kontakte mit etlichen kritischen
Basismitgliedern und Betriebsrät/inn/en
herstellen; Kontakte, die für zukünftige Vernetzungen und gemeinsame Kämpfe
interessant sein können. Im Anschluss folgt der Text, mit dem wir auf den
Regionalkonferenzen (in Form unserer Flugschriftzeitung „roter stern“) interveniert haben:
Wie
weiter mit den Gewerkschaften?
Klassenkampf
statt Sozialpartnerschaft! Durchschnittslohn für Funktionäre!
Gewerkschaften
sollten ein Werkzeug sein, um für die Interessen der Lohnabhängigen zu kämpfen.
Dass der ÖGB davon weit entfernt ist, ist in den letzten Jahren besonders
deutlich geworden. Die Streiks gegen die arbeiter/innen/feindliche
ÖVP/FPÖ-Regierung 2003 wurden von der ÖGB-Führung
abgedreht. Gleichzeitig hat sie mit ihrer Haftung für die BAWAG-Spekulationen
zugelassen, dass die Gewerkschaftsbanker Mitgliedsbeiträge von Jahrzehnten in
den Sand gesetzt haben.
Die rechte Regierung von ÖVP und FPÖ/BZÖ hat in den
letzten Jahren ganz im Sinne des Großkapitals gehandelt: Die sogenannte „Pensionsreform“ von 2003 brachte in der
Realität Pensionskürzungen. Die sogenannte
„Steuerreform“ führte dazu, dass die Großkonzerne und Superreichen in
Österreich fast keine Steuern mehr zahlen – und so das soziale System immer
weniger finanziert werden kann. Konzerne wie die VOEST, die VA Tech oder Böhler Uddeholm, deren Gewinne für
Sozialleistungen verwendet werden könnten, wurden billig an das Privatkapital
verscherbelt. Kein Wunder also, dass die Großkapitalist/inn/en
Schüssel und Grasser dankbar sind.
Ordentliche
Gewerkschaften hätten einer solchen Politik heftigen Widerstand entgegen setzen
müssen. Der ÖGB hingegen hat es nur zu einigen Alibiaktionen gebracht. Die
Privatisierungen von VOEST und VA Tech wurden
überhaupt kampflos hingenommen. Die Streiks gegen die Pensionsreform
beziehungsweise gegen die Zerschlagung der Österreichischen Bundesbahn wurden
jeweils im entscheidenden Moment – als sie begonnen hätten, Wirkung zu zeigen –
abgebrochen und so in die Niederlage geführt. Begründet wurde das von der ÖGB-Spitze mit dem lächerlichen „Argument“, dass man dem
Wirtschaftsstandort Österreich nicht schaden wolle. Das zeigt nur die
unterwürfige und staatstragende Denkweise der ÖGB-Führung,
denn ein Streik, der den Kapitalist/inn/en nicht
schadet, ist eben kein richtiger Streik. Nur wenn ein Streik das Großkapital
was kostet, sind diese Leute und ihre Freunde in der Regierung zum Nachgeben
bereit.
Dass die
österreichischen Gewerkschaften so lahmarschig sind, ist natürlich kein Zufall.
Sie werden von einer Bürokratie beherrscht, die sich seit Jahrzehnten der sogenannten „Sozialpartnerschaft“ verschrieben hat, also
der systematischen Zusammenarbeit mit den Kapitalist/inn/en.
Die ÖGB-Führer/innen sind voll in das kapitalistische
Ausbeutungssystem eingebunden. Sie haben sich selbst Spitzeneinkünfte
genehmigt, sitzen in Aufsichtsräten und Parlamenten – und sind seit langem
völlig abgehoben von der Lebensrealität der Arbeiter/innen/klasse. Sie
kontrollierten Banken und andere Firmen und haben die Gewerkschaftsinteressen
schlussendlich einer Kapitalgruppe untergeordnet (siehe Kasten!). Das ist die
eigentliche Grundlage für den jetzigen „Skandal“ um die BAWAG.
Es stimmt
schon, dass die Aufregung der Regierungsparteien über den ÖGB reine Heuchelei
ist. Grasser bekommt Millionen von seinen Freunden
der Industriellenvereinigung, er verschafft einem befreundeten Autohändler
einen gutbezahlten Aufsichtsratsposten in einem
Staatsbetrieb. Der Raiffeisen-Konzern finanziert die ÖVP und bekommt billig die
VOEST. Rechtsextreme FPÖ-Funktionäre werden von der Regierung mit fetten Posten
im Forschungszentrum Seibersdorf untergebracht. Großkapitalist/inn/en wie Wirtschaftsminister Bartenstein
machen Regierungspolitik für die eigenen Profite. Wenn sich Manager/innen mit
Spitzengagen verspekulieren, bekommen sie dicke Abfindungen – und den Preis für
die Probleme der Betriebe zahlen die Beschäftigten in Form von Kündigungen und
Lohnkürzungen. Das ist die ganz normale Korruption und Bereicherung im
kapitalistischen System. Gewerkschaften sollten das bekämpfen, die ÖGB-Spitze hingegen hat sich genau so verhalten wie das
Unternehmer/innen/pack. Da braucht sich dann niemand wundern, dass die rechten
Politiker/innen nun versuchen, die BAWAG-Krise gegen
die Gewerkschaften zu benutzen.
Leute,
die sich wie kapitalistische Manager/innen aufführen, haben in richtigen
Gewerkschaften nichts zu suchen. Die Voraussetzung für echte Veränderungen der
Zustände im ÖGB ist ein Bruch mit der Sozialpartnerschaft, ein Ende der
Unterordnung unter die Interesse des österreichischen
Kapitals. Wenn sich im Frühjahr angesichts der BAWAG-Krise
die ÖGB-Zeitschrift „Solidarität“ (Nr. 890) sorgte,
„dass der Finanzplatz Österreich aus den negativen Schlagzeilen kommt“, zeigt
das, wie unheilbar die ÖGB-Führung mit der
staatstragenden kapitalistischen Logik infiziert ist. Ernsthafte Veränderungen
des ÖGB werden nicht von der Führung ausgehen. Diese Schicht will nur einige
kosmetische Änderungen, um auf diese Weise ihre Kontrolle über die
Gewerkschaften wieder zu festigen. Eine echte Erneuerung der österreichischen
Gewerkschaften kann nur von unten kommen.
Was wir
für notwendig halten, ist eine radikale Demokratisierung des ÖGB. Die
Delegierten bei den Kongressen müssen von der Basis direkt gewählt werden. Die
Gewerkschaftsführung muss gewählt und jederzeit abwählbar sein. Alle wichtigen
Entscheidungen (von Lohnabschlüssen über Kampfmaßnahmen bis hin zu politischen
Positionierungen) müssen in Urabstimmungen der Mitglieder getroffen werden.
Über alle Verhandlungen mit dem Kapital muss es völlige Transparenz geben.
Funktionäre dürfen nicht mehr verdienen als der Durchschnitt der Mitglieder
ihrer Gewerkschaft; dann werden die wirklich engagierten Mitglieder Funktionen
übernehmen (und nicht solche, die vor allem Karriere machen wollen) und sie
werden nicht von ihren Kolleg/inn/en abheben. Die
Gewerkschaften müssen viel konsequenter und schärfer die Interessen der
Lohnabhängigen vertreten. Sie müssen dabei viel stärker für diejenigen
eintreten, die die schlechtesten Arbeitsbedingungen haben und vom ÖGB bisher
nur unzureichend vertreten wurden: Frauen, Migrant/inn/en, „atypisch“ Beschäftigte. Insgesamt müssen
Gewerkschaften, die diesen Namen verdienen, zu einem Kampfwerkzeug gegen das
Kapital und seine Regierung gemacht werden.
Das ist
freilich alles andere als eine einfache Sache. Die oberen Schichten der
Bürokratie werden das zu verhindern suchen, viele untere Funktionäre haben nie
was anderes kennen gelernt als staatstragende Logik des ÖGB-Apparates,
die einfachen Mitglieder sind nach Jahrzehnten Sozialpartnerschaft an
eigenständige Aktivitäten kaum gewöhnt. Einige Initiativen zur Reformierung des
ÖGB, die vor allem von unteren Funktionären ausgehen, sind positive Schritte in
die richtige Richtung, aber zu wenig weitgehend. Das ist auch kein Zufall, denn
auch die ehrlich engagierten unteren Funktionäre sind als bezahlte Angestellte
des ÖGB von der Bürokratie abhängig – solange sie nicht eine aktive
Mitgliedschaft als Bündnispartnerin haben.
Demokratische und kämpferische Gewerkschaften, die
nicht einer Kapitalgruppe oder dem „Finanzplatz Österreich“ verpflichtet sind,
sondern den Lohnabhängigen in Österreich und international, können nur durch
die Gewerkschaftsbasis erreicht werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass immer
mehr Gewerkschaftsmitglieder nicht länger nur über die korrupte Führung
jammern, sondern selbst aktiv werden und sich selbst organisieren. Eine solche
Selbstorganisation kann in Wechselwirkung mit Klassenkämpfen zu einer Stärkung
von radikaleren politischen Kräften in der Arbeiter/innen/klasse führen. Die
immer stärkere Verankerung einer revolutionären Organisation in den Betrieben
schafft dann erst die Möglichkeit zur schlussendlichen Entmachtung der
reformistischen Bürokratie in den Gewerkschaften. Einen wirklich kämpferischen
und demokratischen ÖGB wird es erst dann geben, wenn die
sozialdemokratisch-bürokratische Dominanz über die Arbeiter/innen/bewegung gebrochen wird. Deshalb ist der Aufbau einer
revolutionären Arbeiter/innen/partei heute die
zentrale Aufgabe.
E. Wegner
(AGM/AL-Betrieb)